Östrogenhormone (Estron, Estradiol und Estrilol) spielen eine sehr wichtige Rolle für die Gesundheit einer Frau. Sie sind die wichtigsten weiblichen Sexualhormone und verantwortlich für die Entwicklung und Regulierung des weiblichen Fortpflanzungssystems.

Wenn eine Frau ein bestimmtes Alter erreicht, normalerweise zwischen 40 und 50 Jahren, kann es jedoch früher oder später passieren, dass ihre Eierstöcke aufhören Eier freizusetzen und die Produktion dieser Hormone reduziert wird.

Diese Periode der Veränderung, genannt Menopause, ist völlig natürlich und unaufhaltbar, aber die Symptome können schmerzhaft und unangenehm sein. Die einzige bestehende Behandlung ist bisher die Hormonersatztherapie oder HRT. Dieser Prozess beinhaltet die Verabreichung hoher Dosen von östrogener Hormone, die das Risiko von Brustkrebs und Eierstockkrebs, sowie Herzerkrankungen und Schlaganfall erhöhen können

[1].

Cannabinoide zur Behandlung von Symptomen der Menopause

Eine mögliche Alternative ist eine Behandlung mit Cannabinoiden. Es wurde herausgefunden, dass das Endocannabinoid-System (ECS) eine Rolle im Körper in den Wechseljahren spielt. Die ECS ist verantwortlich für die Regulierung von: Appetit, Stimmung, Schmerzen, Gedächtnis, Fortpflanzungsorgane und vieles mehr[2].

All dies sind Bereiche, die durch den Prozess der Menopause beeinflusst werden. Es gibt nicht genug Forschungen über die Auswirkungen von Cannabinoiden auf die Symptome der Menopause, es wurden jedoch umfangreiche Untersuchungen zur Cannabinoid-Behandlung bei anderen Krankheiten, die die weiblichen Fortpflanzungsorgane betreffen, wie Endometriose, durchgeführt. Einzelne klinische Studien deuten darauf hin und zeigen, dass die Symptome der Menopause getrennt behoben werden können.

Symptome der Menopause

Hitzewallungen werden am häufigsten mit der Menopause assoziiert. Über dessen Ursache ist jedoch nicht viel bekannt. Es ist bekannt, dass Tetrahydrocannabinol (THC) bei richtiger Dosierung die Körpertemperatur senken kann[3].

Ein anderes häufiges Symptom der Menopause sind Stimmungsschwankungen. Estrogene Hormone beeinflussen direkt die Stimmung einer Frau und wenn der Östrogenspiegel schwankt, kann dies zu schweren Stimmungsschwankungen führen[4]. Es wurde auch festgestellt, dass Frauen ein höheres Risiko für Depressionen während der Menopause haben. Cannabidiol (CBD), eine der beiden häufigsten chemischen Verbindungen innerhalb von Cannabis Sativa, zeigte antidepressive Eigenschaften[5]. Dies bedeutet, dass es ein mögliches Mittel zur Regulierung von Stimmungsschwankungen sein könnte.

Schmerz ist ein anderes Symptom, das mit der Menopause verbunden ist. Auf die Weise wie Hormone schwanken, schwankt auch der Menstruationszyklus. Dazu kommen unregelmäßige Perioden sowie Migräne und Krämpfe. Eine wirkungsvolle Eigenschaft von CBD ist, dass es ein wirksames Analgetikum ist[6]. Da es nicht psychoaktiv oder toxisch ist und ein sehr geringes Sucht-Risiko aufweist, ist dies eine perfekte potentielle Alternative zu pharmazeutischen Schmerzmitteln.

Ein weiteres Symptom für eine Verringerung der Östrogenhormonproduktion ist Knochenschwund. Östrogen spielt eine Schlüsselrolle beim Knochenwachstum und dessen Reparatur. Ein Mangel an diesem Hormon führt zu Knochenverlust und Erosion[7]. Im Jahre 2009 fand eine Studie heraus, dass die Cannabinoidrezeptoren in unserem Körper die Knochenbildung beeinflussen[8]. Dies bedeutet, dass eine Behandlung mit Cannabinoiden erfolgreich sein könnte, um Osteoporose zu verhindern.

Wenn die Frau starke Schmerzen, Hitzewallungen oder Schüttelfrost in der Nacht spürt, ist ein erholsamer Schlaf unmöglich. THC wurde untersucht und es zeigte sich, dass es zwar die Einschlafdauer verkürzen kann, sich aber negativ auf die Schlafqualität auswirken kann. Es wurde jedoch festgestellt, dass CBD eine mögliche Behandlung bei Schlafstörungen darstellt[9].

Dies sind nur einige der Symptome der Menopause, die mit Cannabinoid-Therapie behoben werden können. Da die Forschung auf diesem Gebiet begrenzt ist, ist es noch ein langer Weg die Beziehung zwischen dem Endocannabinoidsystem und den Östrogenhormonen zu bestimmen, aber es gibt definitiv Potenzial.

[1] Shah, N. and Wong, T. (2006). Current breast cancer risks of hormone replacement therapy in postmenopausal womenExpert Opinion on Pharmacotherapy.

[2] Fine, P. and Rosenfeld, M. (2013). The Endocannabinoid System, Cannabinoids, and PainRambam Maimonides Medical Journal, [online] 4(4).

[3] Wenger, T. and Moldrich, G. (2002). The role of endocannabinoids in the hypothalamic regulation of visceral functionProstaglandins, Leukotrienes and Essential Fatty Acids (PLEFA), [online] 66(2-3).

[4] Wharton, W., E. Gleason, C., Sandra, O., M. Carlsson, C. and Asthana, S. (2012). Neurobiological Underpinnings of the Estrogen – Mood RelationshipCurrent Psychiatry Reviews, [online] 8(3).

[5] Schier, A., Ribeiro, N., Coutinho, D., Machado, S., Arias-Carrion, O., Crippa, J., Zuardi, A., Nardi, A. and Silva, A. (2014). Antidepressant-Like and Anxiolytic-Like Effects of Cannabidiol: A Chemical Compound of Cannabis sativaCNS & Neurological Disorders – Drug Targets, [online] 13(6), pp.953-960.

[6] Russo, E. (2008). Cannabinoids in the management of difficult to treat painTherapeutics and Clinical Risk Management, [online] Volume 4.

[7] Weitzmann, M. (2006). Estrogen deficiency and bone loss: an inflammatory taleJournal of Clinical Investigation, [online] 116(5).

[8] Bab, I., Zimmer, A. and Melamed, E. (2009). Cannabinoids and the skeleton: From marijuana to reversal of bone lossAnnals of Medicine, [online] 41(8).

[9] Babson, K., Sottile, J. and Morabito, D. (2017). Cannabis, Cannabinoids, and Sleep: a Review of the LiteratureCurrent Psychiatry Reports, [online] 19(4).