Cannabidiol

Die Hanfpflanze enthält über 100 verschiedene Cannabinoide. Neben dem psychoaktiven THC, ist Cannabidiol (CBD), das am weitesten erforschte Cannabinoid. Zahlreiche Cannabis Sorten erzeugen CBD, allerdings tun sie dies nur in geringen Mengen. Nur bestimmte Zweige der Pflanze erreichen eine ausreichend hohe Konzentration an Cannabidiol, die nutzbringend extrahiert werden kann.

Eine Gruppe von Forschern der Universität von Illinois entdeckte in den 1930er und 40er Jahren den Wirkstoff CBD. Doch erst in den 1960er Jahren gelang es Professor Rafael Mechoulam, die Struktur und chemische Zusammensetzung von CBD zu beschreiben. Seit 2013 hat PubMed, eine medizinische Forschungsdatenbank der USA, mehr als 1.500 Studien zu Cannabidiol indiziert. Auch deshalb betrachten viele Wissenschaftler CBD als eines der wichtigsten bisher entdeckten Cannabinoide.

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MEDIZINISCHE EFFEKTE VON CANNABIDIOL

Cannabidiol hat im therapeutischen Bereich an Bedeutung gegenüber anderen Cannabinoiden gewonnen, da es im Gegensatz zu THC keine psychoaktive Wirkung hat. Im Gegenteil, wenn THC und CBD zusammen verabreicht werden, sorgt das CBD für die Abschwächung der psychoaktiven Eigenschaften des THC‘s.

Dies hat zur Folge, dass ähnliche Mengen an CBD und THC (im Verhältnis 1: 1 oder sogar etwas höherem THC-Anteil) verabreicht werden können, ohne, dass der Konsument starke Nebenwirkungen (wie psychoaktive Wirkungen, Tachykardie, Angstattacken etc.) befürchten muss (Zuardi et al., 1982) [1].

Die wichtigsten therapeutischen Eigenschaften von Cannabidiol sind [2]:

  • Anxiolytika (Angstlösend)
  • Analgetika (Schmerzstillend)
  • Antiemetika (Unterdrückt Übelkeit und Brechreiz)
  • Antiepileptisch
  • Antitumor (hemmt das Tumorwachstum)
  • Antioxidant
  • Antipsychotika
  • Antibakteriell und Antimykotisch
  • Antirheumatisch
  • Entzündungshemmend
  • Immunmodulatorisch (stärkt das Immunsystem)
  • Neuroprotektiv
  • Hilft bei Schlafstörungen

Obwohl noch nicht alle Eigenschaften von Cannabidiol bekannt sind, gibt es bereits einige Studien, welche die Vorteile von CBD aus klinischer Sicht belegen. Beispielsweise haben Experten die Beziehung von CBD zum Immunsystem aufgedeckt. Anhand dessen konnte gezeigt werden, dass CBD die Fähigkeit hat die Produktion einiger Zytokine (IL-8, IL-10, TNF-D, IFNJ) in einigen Zelllinien des Immunsystems zu hemmen. Durch diesen Nachweis konnte auch die wohltuende Wirkung von CBD bei entzündlichen/ autoimmunen Erkrankungen verdeutlicht werden. So haben sich die Eigenschaften von CBD als entzündungshemmend, analgetisch, anxiolytisch und antipsychotisch erwiesen. Zudem gibt es Studien, welche die Wirkung von Cannabidiol zur Linderung von chronischen Schmerzen oder zur Behandlung von Epilepsie untersucht haben.

Andere Forschungen haben sich wiederum auf die Wirkungen von Cannabidiol auf Arthritis konzentriert. Eine Studie an Mäusen zeigte, dass die Behandlung mit CBD (sowohl oral als auch intraperitoneal verabreicht) die Krankheit sowohl blockieren kann, als auch deren Fortschreiten lähmt. Diese Effekte sind auf die immunsuppressiven Aktivitäten und die entzündungshemmenden Eigenschaften der Cannabinoide zurückzuführen (Malfait et al., 2000).

Bei Krebs verursacht CBD in den meisten Fällen eine beruhigende Wirkung und hemmt die Übertragung von Nervensignalen, die mit Schmerzen verbunden sind. Zudem konnte herausgefunden werden, dass CBD das Zellwachstum und die Intensivität von Brustkrebs reduzieren kann.

cannabinoides en el cuerpo | Kalapa Clinic

Wie wird Cannabidiol angewendet?

Es gibt verschiedene Produkte, die aus Hanf gewonnen werden und CBD enthalten. CBD-Öl ist eines der bekanntesten Produkte. Außerdem kann CBD in Form von Cremes, Salben, Sprays, Kapseln oder Tees aufgenommen werden. Die Wirkung von Cannabidiol tritt in der Regel nach 15 bis 30 Minuten ein.

Die Anwendung der Sprays ist sehr einfach zu handhaben. Die vom Experten vorgeschriebene Dosis wird unter die Zunge gesprüht (sublingual) und dort eine Weile gehalten. CBD-Tee wird so wie gewöhnlicher Tee auch zubereitet. Außerdem sollte noch Milch oder Sahne hinzugefügt werden, damit sich die Cannabinoide besser entfalten können.

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Quelle: Universidad de Sevilla

CANNABIDIOL-RECHNER

Ein wichtiger Aspekt bei der Anwendung ist die richtige Dosierung von Cannabidiol. Dafür muss die richtige Menge an Milligramm Cannabidiol für den Patienten berechnet werden. Die zu verabreichende Dosis kann in Abhängigkeit von der Konzentration des Cannabidiols in dem CBD-Öl bestimmt werden.

Es gibt Webseiten, die ein Berechnungstool anbieten, mit dem Sie die richtige Dosis für die jeweilige CBD-Öl Konzentration berechnen können. Mit dem Rechner können Sie herausfinden, wie viel CBD-Öl Sie täglich einnehmen sollten.

Cannabidiol-Rechner

Chemischische Informationen über Cannabidiol

Cannabidiol wird chemisch als 2- (6-Isopropenyl-3-methyl-2-cyclohexen-1-yl) -5-pentyl-1,3-benzoldiol exprimiert. CBD gehört zur Familie der Terpenphenole. Dies sind Stoffe die normalerweise eine carbocyclische Struktur mit 21 Kohlenstoffatomen haben und gewöhnlich aus drei Ringen gebildet werden: Cyclohexen, Tetrahydropyran und Benzol. Die molekulare Form ist C21H30O2 und das Molekulargewicht beträgt 314,4636 g/mol. Der Schmelzpunkt liegt bei 66° C und der Siedepunkt bei 180° C. Bei Raumtemperatur bildet sich eine rötliche Kristallisation. CBD ist ein Molekül, das in Wasser unlöslich, aber in organischen Lösungsmitteln und Fetten löslich ist. [3]
Die therapeutische Wirkung von Cannabidiol beruht auf der Löslichkeit der Substanz, da die nozizeptive Reaktion von Nervenzellen beeinflusst wird, deren Zellstruktur hoch lipidisch ist. Aufgrund dieser Löslichkeit, erfordert das Produkt einen mittelhohen Fettgehalt, wobei zum Beispiel Milch oder Öl als Grundlage verwendet werden können. Für einen therapeutischen Effekt ist es immer besser, natürliche und organische Öle als Basen zu verwenden, anstatt welche, die Alkohol enthalten und zu Magenschmerzen, neurologischen Problemen und Hepatotoxizität führen können.

[1] Zuardi et al., Action of cannabidiol on the anxiety and other effects produced by delta 9-THC in normal subjects. 1982.

[2] Di Marzo V, Pisticelli F. The endocannabinoid system and its modulation by phytocannabinoids. Neurotherapeutics. 2015, 12(4):692-698.

[3] SEIC. Guía Básica sobre los cannabinoides. 2002.

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