Endocannabinoid-System

Das Endocannabinoid-System des menschlichen Körpers ist ein Kommunikationssystem zwischen den Zellen. Es handelt sich um ein System der Neurotransmission und ist in verschiedenen Zonen und Geweben unseres Körpers vorhanden, wobei es in die Regulation verschiedener Stoffwechselprozesse involviert ist.

Cannabinoid-Rezeptoren (CB) bilden zusammen mit Endocannabinoiden das Endocannabinoid-SystemÜber dieses System verfügen nicht nur beim Menschen, sondern auch andere Säugetiere, Vögel, Amphibien, etc.

Der Körper verfügt über verschiedene Stellen, an denen die Cannabinoide an der Zell-Oberfläche anhaften, wodurch der Körper mehrere Endocannabinoide produziert, die an die Cannabinoid-Rezeptoren anhaften und diese so aktivieren. Je nach Zelle, Dosierung und Stelle im Körper verursacht diese Aktivierung Veränderungen der Zelle, die zu bestimmten physiologischen Wirkungen wie Angst, Euphorie, Hunger, Schmerzlinderung, Muskelentspannung, etc. führen können.

Neben der Aktivierung von CB-Rezeptorenwird auch untersucht, ob andere Formen der Manipuation des Endocannabinoid-System therapeutisch wertvoll sein könnten. In diesem Zusammenhang werden zum Beispiel die Blockierung der CB-Rezeptoren sowie die Modulation der Endocannabinoid-Konzentrationen erforscht.

Derzeit gibt es Endocannabinoid-Behandlungen, welche mittels verschiedener Präparate (Dronabinol, Nabilon und Cannabis) die CB-Rezeptoren stimulieren. Darüber hinaus existiert mit Rimonabant eine Zusammensetzung, die den CB1-Rezeptor blockiert.

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Cannabis für therapeutische Zwecke

Dronabinol und Nabilon sind zwei CB-Rezeptor-Agonisten, die derzeit verwendet werden. Daneben existieren der Cannabisextrakt Sativex sowie der CB-Rezeptor-Agonist Rimonabant. Beide sind synthetische Cannabinoide und daher in ihrem Umfang als therapeutisches Element begrenzt.

Grundsätzlich führen Phytocannabinoiden, die aus der ganzen Pflanze bezogen werden zu besseren Ergebnissen. Dies ist dem sogenannten Entourage-Effekt zu verdanken, der durch das Zusammenspiel von Cannabinoiden und den restlichen Elementen der Cannabispflanze, wie Flavonoiden und Terpenen, entsteht.

Die Verwendung von Cannabinoiden zu therapeutischen Zwecken wird in vielen Ländern noch untersucht und findet immer mehr Befürworter. In manchen Ländern, darunter die Niederlade und mittlerweile auch Deutschland, ist es möglich medizinisches Cannabis in Apotheken zu erwerben. Während das Cannabis für deutsche Apotheken aus den Niederlanden und Kanada importiert wird, kontrolliert und überwacht in diesen Ländern das jeweilige Gesundheitsministerium die Produktion.

In anderen europäischen Ländern wie Spanien, Belgien und Teilen der Schweiz wird die medizinische Verwendung von Cannabis in kleinen Mengen toleriert. In den Vereinigten Staaten haben einige Staaten die medizinische Verwendung von Cannabis legalisiert und in Kanada haben Bürger die Möglichkeit Cannabis für medizinische Zwecke zu benutzen, sofern sie eine Erlaubnis dafür besitzen. Darüber hinaus erleichtert das Gesundheitministerium Health Canada den Anbau von Cannabispflanzen für Patienten, die es nicht selbst anbauen möchten.

Die Verwendung von Cannabinoiden für medizinische Zwecke sowie professionelle Konsultationen zu diesem Thema sind dennoch weiterhin relativ schwer zugänglich und die Vorteile von medizinischem Cannabis sind noch relativ unbekannt. Immer häufiger gelangen jedoch Beispiele von erfolgreichen Behandlungen aus europäischen Ländern, den Vereinigten Staaten und Kanada in die Nachrichten, sodass das Interesse an der medizinischen Verwendung von Cannabis beinahe täglich zunimmt.

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