Laut DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5. Edition) sind Zwangsstörungen (engl. Obsessive-Compulsive Disorder, kurz OCD) psychische Störungen mit Angstzuständen und dauerhaften Gedanken (Zwangsvorstellungen). Diese wiederkehrenden Gedanken werden durch andere, neue Gedanken oder Handlungen unterdrückt, welche als Antwort auf die Zwangsvorstellungen reagieren. Dieser Drang ist ein Versuch, die Angstzustände oder den Kummer zu unterdrücken.

Die durch OCD ausgelöste Angst kann sehr unangenehm sein und den Patienten daran hindern, sich an sozialen Aktivitäten zu beteiligen oder berufliche Aufgaben zu erledigen

OCD diagnostizieren

Nur weil jemand sehr sauber ist oder Ordnung liebt, heißt das noch lange nicht, dass er an OCD leidet. Für eine Diagnose von OCD müssen die Zwangs- und Wahnvorstellungen der betroffenen Person mehrere Stunden am Tag anhalten. Dadurch schränkt OCD die sozialen und beruflichen Fähigkeiten der Patienten ein.

Ein Beispiel für Anzeichen von OCD ist das Bedürfnis bzw. die Notwendigkeit von Symmetrie und Ordnung. In diesem Falle verbringt der Patient viel Zeit (mehrere Stunden) damit, Dinge zu sortieren und strukturieren, um die benötigte Symmetrie zu finden. Sollte die Person ihr Bedürfnis nicht befriedigen, empfindet er ein unangenehmes Gefühl von Angst, dass etwas Schlimmes passieren wird.

Angstlösende Wirkung einer Cannabinoid Behandlung von OCD abhängig von der Dosis

Laut einer von Tambaro et al. veröffentlichten Studie ist es wichtig, zwischen dem Nutzen und Missbrauch von Cannabinoiden zu unterscheiden.

Wenn Cannabinoide richtig genutzt werden, beispielsweise in einer kontrollierten Therapie, können sie Entspannung, Geselligkeit, Stabilität und weitere positive Gefühle auslösen. Im Gegensatz dazu löst der Missbrauch von Cannabinoiden  Paranoia und Psychosen aus. Die Wissenschaftler konnten diese angstlösenden Effekte auch bei Einsatz von THC feststellen. Somit können Cannabinoide bei der durch OCD ausgelösten Angst helfen.

Darüber hinaus beschreiben die Wissenschaftler, dass behandelte Patienten bei nur einer geringen Dosis Cannabis Gefühle wie Euphorie, Entspannung und Geselligkeit empfanden. Patienten, die mit einer hohen Dosis behandelt wurden, empfanden Angst, Panik und kognitive Beeinträchtigungen. Deshalb sind kontrollierte Therapien enorm wichtig, da die Wirkung je nach Dosierung der verabreichten Cannabinoide unterschiedlich sein kann.

Gleiches kann bei CBD festgestellt werden. Forscher haben bereits Details zu den bidirektionalen Effekten von CBD berichtet. Dabei könne eine geringe bis moderate Dosis angstlösend wirken.

Wie kann CBD bei OCB helfen?

In einer von Blessing et al. veröffentlichten Studie wird die Wechselwirkung zwischen CBD und mehreren Rezeptoren des Endocannabinoid Systems erklärt, was das Lindern von Angstzuständen auslöst.

Neue präklinische Beweise an Tiermodellen weisen darauf hin, dass CBD erfolgreich dafür eingesetzt werden kann, Angstzustände bei Angststörungen wie OCD zu verringern. Doch auch an menschlichen Modellen wird CBD als wirksame Behandlung zur Linderung von Angstzuständen untersucht. Dadurch könnte die Lebensqualität von Menschen mit OCD durch CBD verbessert werden.

Obwohl es präklinische und klinische Nachweise für den erfolgreichen Einsatz von Cannabinoiden bei Angstzuständen gibt, sollte weitere Forschung betrieben werden, um eine genaue Cannabinoid Behandlung von OCD anbieten zu können. Außerdem weiß man dann, wie die Zwangsvorstellungen von Patienten behandelt werden können. In der Zwischenzeit können Cannabinoide dabei helfen, die durch diese Störung hervorgerufene Angst zu kontrollieren.

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Cannabinoid Behandlung als palliative Therapie von OCD Zwangsstörungen
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Wie kann eine Cannabinoid Behandlung von OCD die dadurch ausgelöste Angst reduzieren? Wie ist die angstlösende Wirkung von Cannabinoiden und warum sind kontrollierte Therapien wichtig?
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