Obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist ein ziemlich häufig auftretendes Problem. Bei OSA entspannen sich die Muskeln im Rachen und ziehen sich während des Schlafens zusammen. Dies kann zu Atemunterbrechungen führen, die die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigen kann. In Fällen, in denen die OSA unbehandelt bleibt kann sich das Risiko für die Entstehung anderer Erkrankungen, wie Bluthochdruck oder Diabetes Typ 2 erhöhen[1].

Es ist normal, dass sich die Kehle im Schlaf ein wenig entspannt und schließt, was für viele Menschen auch nicht problematisch ist. Für andere wiederrum stellt es ein Problem dar. Problematisch ist auch, dass die Symptome von OSA lediglich im Schlaf auftreten, weshalb sich die Betroffenen über ihre Krankheit nicht bewusst sind. Es gibt viele Faktoren, bei denen OSA verstärkt entstehen kann:

  • Übergewicht
  • Rauchen
  • Alkoholkonsum
  • männliches Geschlecht
  • zunehmendes Alter (über 40 Jahre)
  • großer Hals
  • chronische Nasenverstopfung
  • Menopause
  • OSA in der Familie

Momentan gibt es noch keine anerkannten Medikamente für Menschen mit OSA, weswegen Forscher natürlich auf der Jagd sind.  Eine aktuelle Studie mit Dronabinol zeigt vielversprechende Ergebnisse und auch das Potential der Behandlung mit THC[2]. Dronabinol ist eine synthetische Form von Tetrahydrocannabinol (THC), das zur Behandlung von Erbrechen und Übelkeit bei einer Chemotherapie entwickelt wurde.

Die gesponserte Studie der University of Illinois in Chicago von 2017 zeigte vielversprechende Ergebnisse. Diese sechswöchige Studie beschränkte sich auf eine Personengruppe von 73 Erwachsenen, die an einer schweren bis mittelschweren Obstruktive Schlafapnoe litt. 1/3 erhielt eine Stunde vor dem Schlafengehen 10 mg Dronabinol. 1/3 erhielt 2,5 mg und das letzte Drittel erhielt ein Placebo (Beruhigungspille).

Die Ergebnisse zeigten, dass der AHI (Apnoe/Hypopnoe-Index, eine Art der Messung der Symptome von Schlafapnoe) der Gruppe, die 10 mg pro Tag einnahm, im Vergleich zu denjenigen, die das Placebo einnahmen, signifikant abnahm. Sie waren im Allgemeinen mit der Behandlungsform zufrieden und berichteten außerdem von einer allgemeinen Verbesserung ihrer Schlafqualität.

Aufgrund des kleinen Umfangs der Studie, werden weit mehr Forschungen über die Wirksamkeit der Behandlung mit Cannabinoiden für Obstruktive Schlafapnoe benötigt. Dennoch sind die bisherigen Ergebnisse äußerst vielversprechend.

[1] nhs.uk. (2017). Obstructive sleep apnoea

[2] Carley, D., Prasad, B., Reid, K., Malkani, R., Attarian, H., Abbott, S., Vern, B., Xie, H., Yuan, C. and Zee, P. (2017). Pharmacotherapy of Apnea by Cannabimimetic Enhancement, the PACE Clinical Trial: Effects of Dronabinol in Obstructive Sleep Apnea. Sleep.