Cannabinoide und Glaukom

Kammerwasser ist eine Flüssigkeit, die hinter der Iris erzeugt wird und dazu dient, den Augapfel mit Sauerstoff zu versorgen. Diese Flüssigkeit fließt durch die Augenkanäle in die innere Kammer, wo sie im Kammerwinkel reabsorbiert wird. Jeder Faktor, der den Fluss des Kammerwassers verlangsamt oder blockiert, verursacht eine pathologische Erhöhung des intraokularen Drucks (Augeninnendruck), wodurch das Glaukom, auch grüner Star genannt, erzeugt wird.

Die Ursache kann erblich, angeboren, die Folge von Drogenkonsum sein oder infolge chronischer Krankheiten, wie z.B. Diabetes, auftreten. In jedem Fall verschwinden mit der Zeit zunehmend die Nervenfasern des Sehnervs, wodurch eine optische Neuropathie verursacht wird, die zu permanenter Blindheit führen kann.

Glaukom ist weltweit die zweithäufigste Ursache für Erblindung. Die Behandlung besteht hauptsächlich aus der Verabreichung von Arzneimitteln, die dazu bestimmt sind, den Augeninnendruck zu senken, indem entweder die Synthese oder der Abfluss des Kammerwassers beeinflusst werden. Dies reicht jedoch nicht aus, um den fortschreitenden Gesichtsfeldverlust, der durch Ischämie oder den Verlust von retinalen Neuronen verursacht wird, zu verhindern. Schon seit 1970 haben Forscher daher die therapeutischen Auswirkungen von Cannabis auf Glaukom untersucht. Da aktuelle therapeutische Strategien sich vor allem auf das Ziel konzentrieren, den Zelltod in der Netzhaut zu kontrollieren, spielen die neuroprotektiven Effekte von Cannabinoiden eine immer wichtigere Rolle.

Behandlung von Glaukom | Kalapa Clinic

Wirkungen von Cannabinoiden

  • Periphere Vasodilatation [1] [2]
  • Hipotension
  • Intraokulare Druckreduzierung
  • Retinale Neuroprotektion

Zusammenfassung

Canabinoide können aufgrund ihrer gefäßerweiternden Eigenschaften den intraokularen Druck bei Glaukompatienten reduzieren und haben zudem eine neuroprotektive Wirkung auf retinaler Ebene.

Die Behandlung von Glaukom mit Cannabinoiden

Laut einer Studie von Despina K. et al. (2015) können Cannabinoide zur Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen der Netzhaut wirksam eingesetzt werden. In topischer Form könnten Betroffene die Cannabinoide sowohl allein als auch in Kombination mit anderen Medikamenten nutzen. Wissenschaftler haben die Hoffnung, dadurch die Sehkraft von Millionen Menschen, die an Krankheiten wie Glaukom leiden, zu verbessern. [3]

Darüber hinaus haben weitere Studien die periphere gefäßerweiternde Wirkung von Marihuana erforscht.[4] Bei Patienten mit Glaukom, welche die Substanz für 60 bis 90 Minuten inhalierten, traten hypotensive Effekte auf, die sowohl den Augeninnendruck als auch den Blutdruck verringerten.

Aufgrund dieser Erkenntnisse sind einige Experten davon überzeugt, dass Cannabis eine ideale Behandlung für Glaukom sein könnte. Experimentelle Studien, in denen Probanden eine Verbesserung nach der topischen Anwendung erlebten, zeigen, dass Cannabis zur Verringerung des Augeninnendrucks beiträgt. Darüber hinaus konnte die neuroprotektive Wirkung von Cannabinoiden auf retinale Ganglienzellen nachgewiesen werden. Es bleibt dennoch sehr wichtig, dass in Zukunft klinische Studien durchgeführt werden, welche die Erkenntnisse der Gefahrlosigkeit und Wirksamkeit von medizinischem Cannabis in der Behandlung von Glaukom stützen.[5]

Quellenverzeichnis für Glaukom und Cannabinoide

[1]Merrit, John C. et al. Effect of Marihuana on Intraocular and Blood Pressure in Glaucoma. Ophthalmology. 1980 Mar;87(3):222-8

[2] P. Pacher, S. Bátkai, and G. Kunos. Cardiovascular Pharmacology of Cannabinoids. Handb Exp Pharmacol. 2005; (168): 599–625

[3] Despina Kokona et al. Endogenous and Synthetic Cannabinoids as Therapeutics in Retinal Disease. Neural Plast. 2016; 2016: 8373020.

[4] Yan Wei et al. Presence and regulation of cannabinoid receptors in human retinal pigment epithelial cells. Mol Vis. 2009; 15: 1243–1251.

[5] Pinar Sueiro et al. Cannabinoid applications in glaucomaArchivos de la Sociedad Española de Oftalmología 86:1 2011 Jan pg 16-23.

Verwendung von Cannabinoiden für
Glaukom

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