Morbus Crohn: Mit CBD zu mehr Lebensqualität

Interview mit einer Cannabispatientin

Krampfartige, starke Bauchschmerzen und schwere Durchfälle – typisch für Morbus Crohn (MC). Die Betroffenen büßen meist einen großen Teil ihrer Lebensqualität ein. So erging es auch Sonja H. (Name von der Redaktion geändert). Selbst nachdem sie die Diagnose Morbus Crohn erhalten hatte und die chronisch-entzündliche Darmerkrankung mit Medikamenten wie Kortison und Immunsuppressiva behandelt wurde, litt Sonja weiter unter schweren Symptomen, die ihr den Alltag teilweise zur Qual machten. Zu einem durchschlagenden Erfolg in der Behandlung kam es erst, nachdem Sonja das Cannabinoid CBD ausprobierte.

Kalapa: Wie alt waren Sie, als bei Ihnen eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung diagnostiziert wurde? Was waren die ersten Beschwerden und Symptome?

Sonja: Die Erstdiagnose bei mir war 2001 – da war ich 33 Jahre alt. Die ersten Symptome waren Blut und weißer Schleim im Stuhlgang und ich musste immer häufiger auf die Toilette. Meine damalige Ärztin, eine Heilpraktikerin, hat das abgetan und sagte mir, dass es sich bestimmt um eine Hämorride oder Ähnliches handeln würde. Ich habe ihr immer wieder gesagt, dass die Beschwerden nicht besser werden und dass mir das Sorgen bereitet. Ich habe dann das Gespräch mit meiner Frauenärztin gesucht und sie hat mich gleich zur Darmspiegelung geschickt. Da wurde zunächst eine Colitis Ulcerosa diagnostiziert. Diese hat sich dann über die Jahre zu einem Morbus Crohn entwickelt.

Kalapa: Sie haben im Laufe der Jahre viele Medikamente ausprobiert, mit teilweise sehr starken Nebenwirkungen. Trotzdem hat die Standardtherapie bei Ihnen nicht ausreichend angeschlagen …

Sonja: Ich habe alle möglichen Sachen probiert – von Kortison über Immunsuppressiva bis hin zu alternativer Medizin, wie beispielsweise chinesische Medizin, Kinesiologie uns so weiter. Manches hat geholfen, aber nichts so richtig. Kortison war immer noch das wirksamste Medikament. Von den Immunsuppressiva habe ich schlimme Nebenwirkungen gehabt – ich hatte sogar einen schwarzen Hautkrebs, welcher vermutlich von einem der Immunsuppressiva kam. Immer wieder stiegen die Entzündungswerte an, worauf es mir gar nicht gut ging – je höher der Entzündungswert ist, desto öfter muss ich auf die Toilette und habe dann auch etwas Fieber.

Kalapa: Wie haben Sie von der Behandlung mit Cannabis bzw. CBD erfahren und wann sind Sie das erste Mal damit in Kontakt gekommen?

Sonja: Von CBD habe ich immer wieder gelesen und habe danach gegoogelt – und es kam mir einfach sehr logisch vor, dass das helfen muss! Ich wollte dann gerne CBD-Öl ausprobieren, habe mich aber nicht getraut, einfach über das Internet etwas zu bestellen, denn es gibt unglaublich viele Produkte im Netz und viele sicherlich von sehr schlechter Qualität. Schließlich bin ich in Spanien auf die Empfehlung von Freunden auf die Kalapa Clinic gekommen – inzwischen kann man sich ja auch direkt an Kalapa in Deutschland wenden – habe mich dort beraten lassen und dann ein CBD-Öl bestellt.

Kalapa: Wie hat sich Ihr gesundheitlicher Zustand durch CBD verändert?

Sonja: Mein Entzündungswert ging relativ schnell nach unten und das hat sich gleich bemerkbar gemacht: Ich musste weniger auf die Toilette und habe mich allgemein viel besser gefühlt.

Kalapa: Wie hat Ihr Arzt reagiert, als Sie ihn das erste Mal auf Cannabis bzw. CBD angesprochen haben?

Sonja: Mein Arzt war absolut nicht abgeneigt, mich hierbei zu unterstützen. Im Gegenteil – er war eher sehr interessiert daran, dass ich es ausprobiere, da er schon verschiedenes Positives über die Therapie mit medizinischem Cannabis gehört hat. Meine Erfahrungen mit dieser Behandlung interessierten ihn, um diese an andere Patienten weitergeben zu können.

Kalapa: Inzwischen haben Sie Ihre Medikation umgestellt und nehmen jetzt einen Cannabisvollextrakt ein, der hochdosiert CBD enthält und einen kleinen Anteil THC. Für dieses Cannabis-Arzneimittel haben Sie mit der Unterstützung von Kalapa erfolgreich einen Antrag auf Kostenerstattung bei Ihrer Krankenkasse gestellt, die nun für die Kosten Ihrer Behandlung aufkommt. Wie haben Sie die Umstellung Ihre Medikation vertragen und was hat sich dadurch für Sie verändert?

Sonja: Die Umstellung habe ich sehr gut vertragen und ich bin außerordentlich froh, dass meine Krankenkasse die Behandlung anerkannt hat. Das hilft natürlich ganz extrem meinem Geldbeutel und zeigt mir auch, dass die Krankenkasse offensichtlich schon gute Erfahrungen damit gemacht hat, sonst würde sie keine Genehmigung zur Kostenübernahme erteilen. Ich kann das jetzt alles noch entspannter sehen, da auch meine Krankenkasse dahintersteht!

Kalapa: Benötigen Sie neben dem Cannabisextrakt noch weitere Medikamente? Und wie geht es Ihnen heute?

Sonja: Manchmal muss ich doch noch etwas Kortison dazu nehmen, wenn es zum Beispiel sehr stressig wird. Dann verschlechtert sich mein Zustand etwas, aber mit dem Cannabisextrakt bekomme ich das relativ schnell wieder in den Griff. Es geht mir heute recht gut – unglaublich, dass meine Entzündungswerte so nach unten gegangen sind, seitdem ich mich habe beraten lassen und das CBD-Öl und den Cannabisextrakt einnehme! Ich hatte Anfang März Corona, das hat auch einen kleinen Schub ausgelöst. Aber mit dem Cannabisextrakt habe ich das ganz gut wieder in den Griff bekommen.

Was ist Morbus Crohn?

Morbus Crohn (MC) gehört, wie auch Colitis Ulcerosa, zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und kann im gesamten Verdauungstrakt auftreten – vom Mund bis zum Enddarm. Meistens sind aber Dünndarm und Dickdarm betroffen. Typischerweise treten chronische Durchfälle auf, die im Unterschied zur Colitis ulcerosa meist unblutig und ohne Schleim sind. Häufig kommt es bei MC darüber hinaus zu Schleimhautveränderungen wie Strikturen, Fisteln und Abszesse.

Die Erkrankung bricht meist zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr aus. Morbus Crohn verläuft in Schüben, sodass viele Patient*innen phasenweise keine Symptome aufweisen. Da die Darmerkrankung derzeit nicht heilbar ist, können jederzeit erneute Schübe mit Wiederaufflammen der Entzündungen auftreten.

About Gesa Riedewald

Gesa Riedewald is the managing director of Kalapa Germany. She has been working as a medical writer on the topic of pharmaceutical cannabis since 2017 and has years of experience in the healthcare sector.

Gesa Riedewald ist die Geschäftsführerin von Kalapa Deutschland. Sie ist bereits seit 2017 als medical writer für das Thema Cannabis als Medizin tätig und besitzt jahrelange Erfahrung im Bereich Healthcare.