{"id":58586,"date":"2021-06-17T14:59:00","date_gmt":"2021-06-17T13:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kalapa-clinic.com\/?p=58586"},"modified":"2021-06-11T15:50:47","modified_gmt":"2021-06-11T14:50:47","slug":"cannabinoide-bei-anorexie-und-kachexie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kalapa-clinic.com\/de\/cannabinoide-bei-anorexie-und-kachexie\/","title":{"rendered":"Cannabinoide bei Anorexie und Kachexie"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schwere Krankheiten wie Krebserkrankungen, chronische Infektionen oder Autoimmunerkrankungen zehren den K\u00f6rper aus und lassen ihn h\u00e4ufig abmagern. Fachleute sprechen daher auch von sogenannten konsumierenden Erkrankungen. Medizinisches Cannabis ist f\u00fcr seine appetitsteigernde Wirkung bekannt. <strong>Studien zeigen, dass Cannabinoide eine wichtige Option bei der Behandlung von Anorexie und Kachexie bei Krebs- und HIV-Patient*innen sein k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kachexie und Anorexie \u2013 was ist das?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kachexie<\/strong> ist ein multifaktorielles Syndrom, das bei verschiedenen chronischen Erkrankungen auftritt und mit starkem Gewichtsverlust einhergeht. Im Gegensatz zu einem Hungerzustand, bei dem haupts\u00e4chlich Fettreserven verbrannt werden, verliert der K\u00f6rper bei einer Kachexie auch lebenswichtiges Muskel- und Organgewebe [3]. Die Patientinnen und Patienten werden immer schw\u00e4cher. Eine Ern\u00e4hrungsumstellung allein kann diesen Prozess nicht aufhalten. Kachexie reduziert nicht nur die Lebensqualit\u00e4t der schwer Erkrankten. <strong>Die Schw\u00e4chung des K\u00f6rpers kann die zugrunde liegende Erkrankung sogar <\/strong><strong>verschlimmern sowie die Genesung negativ beeinflussen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend bei der Kachexie also eine andere Grunderkrankung vorliegt, ist dies bei der <strong>Anorexie<\/strong> keine Voraussetzung. Anorexie ist der medizinische Fachbegriff f\u00fcr Appetitlosigkeit. Anorexia nervosa (Magersucht) bezeichnet eine Appetitlosigkeit aufgrund psychischer Ursachen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schwerer Krankheitsverlauf &#8211; Folge von Kachexie und Anorexie<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Anorexie-Kachexie-Syndrom (ACS) tritt besonders h\u00e4ufig bei Krebspatient*innen auf. Abh\u00e4ngig von der Art des Tumors sind <strong>50 bis 80 Prozent der Patientinnen und Patienten betroffen.<\/strong> Kachexie reduziert nicht nur die Lebensqualit\u00e4t, sondern ist f\u00fcr mindestens 20 Prozent der Todesf\u00e4lle unter Krebspatienten und -patientinnen verantwortlich und reduziert die Wirksamkeit einer Chemotherapie. Das gr\u00f6\u00dfte Risiko f\u00fcr das Auftreten von Kachexie besteht bei Bauchspeicheldr\u00fcsen- und Magentumoren (80%). Aber auch Betroffene mit Lungen- und Prostatakrebs sind zu 40 Prozent betroffen [3].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beschwerden bei einer Tumorkachexie k\u00f6nnen unterschiedliche Schweregrade haben. Bei einer Pr\u00e4kachexie kommt es zu einer geringen Gewichtsabnahme, die von den Betroffenen oft noch nicht bemerkt wird. Die Symptome k\u00f6nnen sich zu einem schweren Muskelschwund entwickeln. Durch den Kr\u00e4fteverfall verlieren Patient*innen zunehmend ihre Selbstst\u00e4ndigkeit [6].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kachexie tritt auch als Begleiterscheinung bei anderen schweren Erkrankungen auf, die mit einer Entz\u00fcndung einhergehen. Beispiele daf\u00fcr sind [1]:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Krebserkrankungen (Tumorkachexie)<\/li><li>Multiple Sklerose<\/li><li>HIV-Infektionen (Wasting-Syndrom)<\/li><li>Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (COPD)<\/li><li>Herz-Kreislauf-Erkrankungen<\/li><li>Tuberkulose<\/li><li>Chronische Niereninsuffizienz [4]<\/li><li>Rheumatoide Arthritis [4]<\/li><li>Diabetische Neuropathie [14]<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Kriterien zur Diagnose einer Kachexie<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4rztinnen und \u00c4rzte sprechen von einer Kachexie, wenn andere Ursachen f\u00fcr die starke Gewichtsabnahme ausgeschlossen werden k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6ren neben Hunger eine verringerte Aufnahme von N\u00e4hrstoffen aus dem Magen-Darm-Trakt (Malabsorption), Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion, altersbedingter Muskelschwund sowie Depressionen [1].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Hauptkriterium f\u00fcr eine Kachexie ist ein starker, ungewollter Gewichtsverlust \u00fcber eine kurze Zeit. <\/strong>Dies wird definiert als Verlust von \u00fcber 5 Prozent des K\u00f6rpergewichts innerhalb von weniger als 3 Monaten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zus\u00e4tzlich liegen mindestens 3 der folgenden Kriterien vor:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Verringerte Muskelkraft<\/li><li>Erniedrigter Fettfreie-Masse-Index (FFMI): Der FFMI ist ein Ma\u00df daf\u00fcr, wie stark die Muskulatur im K\u00f6rper ausgepr\u00e4gt ist.<\/li><li>Fatigue (sehr starke Ersch\u00f6pfung)<\/li><li>Anorexie (Appetitverlust)<\/li><li>M\u00fcdigkeit<\/li><li>Ver\u00e4nderungen des Blutbilds: erh\u00f6hte Entz\u00fcndungswerte, Blutarmut, erniedrigte Eiwei\u00dfwerte [1]<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Wie kommt es zu Kachexie und Anorexie?<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Kachexie f\u00fchren entz\u00fcndliche Prozesse zu St\u00f6rungen in der Energieversorgung des K\u00f6rpers. Die Nahrungsaufnahme ist meist reduziert, der Energieverbrauch in Ruhe (Grundumsatz) dagegen erh\u00f6ht. Daraus resultiert eine negative Energiebilanz, bei der mehr Energie verbraucht als zugef\u00fchrt wird \u2013 mit dem Ergebnis, das die Patientinnen und Patienten abnehmen.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Einige Ursachen der Tumorkachexie:<\/h1>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Energieverbrauch des Tumors: Tumorzellen wachsen unkontrolliert und ben\u00f6tigen dazu gro\u00dfe Mengen an Traubenzucker (Glucose) und Aminos\u00e4uren.<\/li><li>Aktivierung ineffizienter Stoffwechselwege (Cori-Zyklus): In der Leber wird der aus Laktat gebildete Traubenzucker in der Tumorzelle wieder zu Laktat verstoffwechselt.<\/li><li>Muskelabbau: Der vermehrte Proteinabbau f\u00fchrt zu Muskelschwund.<\/li><li>Einfluss auf das zentrale Nervensystem: Durch St\u00f6rung des Hormonsystems verlieren die Patient*innen ihren Appetit. Au\u00dferdem schmecken und riechen die Betroffenen schlechter.<\/li><li>Insulinresistenz: Die K\u00f6rperzellen reagieren weniger empfindlich auf das Hormon Insulin. Die Zellen k\u00f6nnen daher weniger Glucose aufnehmen. Traubenzucker ist jedoch ein wichtiger Baustoff zum Aufbau von Proteinen und Fettreserven.<\/li><li>Umwandlung von wei\u00dfem in braunes Fettgewebe: W\u00e4hrend wei\u00dfe Fettzellen als Energiespeicher dienen, ist braunes Fettgewebe f\u00fcr die W\u00e4rmeproduktion zust\u00e4ndig. Dadurch wird unn\u00f6tig Energie verbraucht. [3] [4]<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie eine Kachexie bei HIV-Infizierten entsteht, ist weniger gut erforscht. Eine Untersuchung in einem Tiermodell zeigte, dass CD8+ T-Zellen dabei eine wichtige Rolle spielen. Diese Immunzellen t\u00f6ten normalerweise infizierte Zellen ab, ver\u00e4ndern jedoch auch das Fettgewebe. Dadurch bauen sich die Fettreserven ab. Zuk\u00fcnftige Forschungen sollen den Zusammenhang zwischen Krebs, Infektionen und Kachexie weiter entschl\u00fcsseln, um neue Therapiemethoden zu entdecken [5].<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Therapie von Kachexie und Anorexie<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wegen der vielen ausl\u00f6senden Faktoren reichen Ern\u00e4hrungsma\u00dfnahmen oder Medikamente alleine nicht aus, um eine Kachexie zu behandeln. Die Therapie setzt sich daher aus vielen verschiedenen Ma\u00dfnahmen zusammen [6] [7].<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ern\u00e4hrung: Viele Betroffene mit Kachexie essen zu wenig, um ihr Gewicht zu halten. In einer individuellen Ern\u00e4hrungsberatung erfahren Betroffene, welche kalorienreichen Speisen und Nahrungserg\u00e4nzungen in den Speiseplan integriert werden k\u00f6nnen. Au\u00dferdem sollte auf eine ausreichende Proteinzufuhr geachtet werden, um Muskulatur aufzubauen.<\/li><li>Medikamente: Viele Krebspatient*innen haben durch den Tumor und die Krebstherapie mit unangenehmen Beschwerden zu k\u00e4mpfen, die das Essen erschweren: fr\u00fches S\u00e4ttigungsgef\u00fchl, \u00dcbelkeit, Entz\u00fcndungen der Mundschleimhaut, St\u00f6rungen der Geruchs-\/ Geschmackswahrnehmung, Verstopfung, Schmerzen, Schluckst\u00f6rungen, Fatigue und Depressionen. Werden diese \u00e4u\u00dferst belastenden Beschwerden gelindert, f\u00e4llt es vielen Betroffenen leichter, das Essen wieder zu genie\u00dfen. Corticosteroide wie Dexamethason, die Progesterone Megestrolacetat und Medroxyprogesteronacetat sowie Cannabinoide steigern den Appetit und die Lebensqualit\u00e4t der schwerkranken Personen.<\/li><li>Psychosoziale Unterst\u00fctzung: Psychologische Gespr\u00e4che k\u00f6nnen die Patienten und Patientinnen dabei unterst\u00fctzen, ihre Essensgewohnheiten wieder selbst in die Hand zu nehmen. Auch Freunde und Familie, die sich oft gro\u00dfe Sorgen machen, k\u00f6nnen so aufgekl\u00e4rt werden. Es kann f\u00fcr Erkrankte hilfreich sein, Essen nicht mehr als Vergn\u00fcgen, sondern als Notwendigkeit zu sehen, um ihre Krebstherapie aktiv zu unterst\u00fctzen und so zum Genesungsprozess beizutragen.<\/li><li>Ausdauer- und Krafttraining: Mit Sport und einer proteinreichen Ern\u00e4hrung k\u00f6nnen die Betroffenen wieder Muskelmasse aufbauen und ihr Herz-Kreislauf-System trainieren. Dadurch k\u00f6nnen Fatigue und Kachexie deutlich gebessert werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Cannabinoide zur Appetitsteigerung<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Endocannabinoid-System (<\/strong><strong>ECS) steuert Nahrungsaufnahme, Stoffwechsel und Energiehaushalt des K\u00f6rpers.<\/strong> Ziel ist es, einen ausgeglichenen Energiehaushalt herzustellen, also eine perfekte sogenannte Energiehom\u00f6ostase. Tetrahydrocannabinol (THC), der psychotrope Wirkstoff der Cannabispflanze, aktiviert CB1-Rezeptoren. Diese werden nicht nur im Gehirn, sondern auch in Organen wie Magen-Darm-Trakt, Leber, Fettgewebe, Muskulatur und Bauchspeicheldr\u00fcse ausgebildet. Der CB2-Rezeptor befindet sich dagegen haupts\u00e4chlich auf Immunzellen und wird durch Cannabidiol (CBD) stimuliert [8] [10].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die appetitsteigernde Wirkung ist THC verantwortlich. Der Wirkstoff aktiviert das k\u00f6rpereigene Belohnungssystem. Das f\u00f6rdert den Wohlf\u00fchlfaktor beim Essen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben 2015 entdeckt, dass sogenannte Proopiomelanocortin-Nervenzellen (POMC-Zellen) dieses Gl\u00fccksgef\u00fchl ausl\u00f6sen. Normalerweise bilden diese Zellen nach einem guten Essen ein S\u00e4ttigungshormon (Alpha-Melanozythen-stimulierendes Hormon), wodurch der Hunger abnimmt. In Gegenwart von THC produzieren diese Zellen jedoch Endorphine, welche die Lust auf Essen steigern, selbst wenn die betreffende Person satt ist [9].<strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch Bindung an periphere CB1-Rezeptoren im Magen wird au\u00dferdem ein Hungerhormon (Ghrelin) gebildet. Dadurch steigt die Lust auf besonders wohlschmeckende, fettige oder s\u00fc\u00dfe Speisen. \u00dcber Cannabinoidrezeptoren auf dem Fettgewebe wird au\u00dferdem die Reifung der Fettzellen gef\u00f6rdert [8] [10].<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Dronabinol: 38 Prozent der AIDS-Patient*innen berichten \u00fcber Appetitsteigerung<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dronabinol, die synthetische Form von THC, ist in den USA zur Behandlung von Anorexie und Kachexie bei HIV- bzw. AIDS-Patienten zugelassen. In einer Studie aus dem Jahr 1995 wurde die Wirkung auf Appetit und K\u00f6rpergewicht an 139 Patient*innen mit Kachexie aufgrund von AIDS untersucht, von denen 88 Datens\u00e4tze ausgewertet wurden. Die Teilnehmenden nahmen Dronabinol oder ein Placebo ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Ergebnisse zeigen, dass 38 Prozent der <\/strong><strong>Betroffenen eine wesentliche Appetitsteigerung versp\u00fcrten, im Vergleich zu 8 Prozent, die ein Scheinmedikament einnahmen. <\/strong>Bei 10 Prozent in der Dronabinol-Gruppe verbesserte sich auch die Stimmung. 20 Prozent berichteten \u00fcber eine reduzierte \u00dcbelkeit. Bei den Teilnehmenden, die ein Placebo nahmen, verschlechterte sich die Stimmung und die \u00dcbelkeit besserte sich nur leicht. Das K\u00f6rpergewicht der Dronabinol-Patient*innen blieb unver\u00e4ndert, w\u00e4hrend die Personen der Placebo-Gruppe durchschnittlich 0,4 Kilogramm abgenommen. Es traten unter der Einnahme von Dronabinol leichte bis mittelschwere Nebenwirkungen auf, zu denen Euphorie, Schwindel sowie ungesunde Gedanken geh\u00f6rten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Forscherteam kam zum Schluss, dass Dronabinol eine sichere und effektive Option f\u00fcr AIDS-Patient*innen ist, die durch Appetitlosigkeit massiv an Gewicht verloren haben [11].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem deutschen Markt gibt es bislang keine zugelassenen Dronabinol-Fertigarzneimittel. \u00c4rztinnen und \u00c4rzte k\u00f6nnen jedoch Dronabinol-haltige Rezepturarzneimittel verordnen [2].<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Evidenzlage von Dronabinol zur Gewichtszunahme bei HIV-infizierten Personen<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Ein Forscherteam analysierte in Jahre 2015 in einer Metaanalyse 79 randomisierte kontrollierte Studien zum Einsatz von cannabisbasierten Medikamenten zur Appetitsteigerung bei HIV- bzw. Aids-Erkranken und anderen Erkrankungen. Vier dieser zwischen 1993 und 2003 durchgef\u00fchrte Studien besch\u00e4ftigten sich mit dem Einsatz von Dronabinol zur Appetitsimulation. Insgesamt nahmen 255 Patient*innen teil. In drei der Untersuchungen verglichen die Forscherinnen und Forscher die Wirkung mit einem Placebo. Eine Studie verglich den Effekt mit Megastrol.<br><br><strong>Das Forscherteam stellte fest, dass Dronabinol und medizinische Cannabisbl\u00fcten verglichen mit einem Scheinmedikament zur Gewichtszunahme der HIV-Patienten und -Patientinnen f\u00fchrte.<\/strong> Schw\u00e4cher war die Studienlage bei der Appetitsteigerung, Erh\u00f6hung des K\u00f6rperfettanteils, Reduktion von \u00dcbelkeit und Verbesserung des Funktionszustands. In der Untersuchung, die Dronabinol mit Megastrol verglich, war THC jedoch weniger wirksam. Es zeigte sich auch, dass eine Kombinationsbehandlung von Dronabinol mit Megastrol nicht zu einer st\u00e4rkeren Gewichtszunahme f\u00fchrte.<br><br>Das wissenschaftliche Team stellte fest, dass die Studienlage zum Einsatz von medizinischem Cannabis zur Appetitsimulation bei HIV-Infizierten derzeit d\u00fcnn ist. Einschr\u00e4nkend kommt hinzu, dass die analysierten Studien ein hohes Risiko f\u00fcr systematische Fehler aufwiesen, die das Ergebnis verzerrt haben k\u00f6nnten [12].<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">10 von 11 Krebspatient*innen berichten \u00fcber deutlichen Appetitanstieg<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Pilotstudie aus dem Jahr 2019 wurde die Wirkung von THC\/CBD-Kapseln auf den Appetit an 17 Krebspatienten und Krebspatientinnen mit Kachexie und Anorexie untersucht. Im Laufe der Studie brachen sechs der Betroffenen die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen oder eines Fortschreitens der Krebserkrankung ab. Insgesamt schlossen 11 Personen die Studie ab. Einen Behandlungserfolg definierten die Wissenschaftler*innen als eine Gewichtszunahme um mindestens 10 Prozent des Startgewichts.<br>&nbsp;<br>&nbsp;Alle f\u00fcnf (also 100 Prozent) Personen, die 4,5 Monate behandelt wurden, berichteten von einer Appetitsteigerung. Vier Personen nahmen ab, da sich ihr Krebsleiden verschlimmerte und eine Anpassung der Tumortherapie \u2013 verbunden mit Nebenwirkungen aufgrund der Chemotherapie \u2013 erforderlich machte. Bei der \u00fcbrigen Person blieb das Gewicht stabil.<br><br>Die restlichen sechs Teilnehmenden nahmen die THC\/CBD-Kapseln \u00fcber 6 Monate ein. Von diesen Krebspatient*innen erreichten drei das vom Forscherteam definierte Therapieziel, also eine Gewichtszunahme um mindestens 10 Prozent ihres Anfangsgewichts. Bei einer Person wurde sogar eine Gewichtszunahme um 21,6 Prozent beobachtet. Eine weitere Person nahm nur leicht zu, w\u00e4hrend bei zwei Patient*innen das K\u00f6rpergewicht unver\u00e4ndert blieb. Subjektiv berichteten jedoch f\u00fcnf (83,3 Prozent) der sechs Betroffenen von einer Appetitsteigerung. Bei der H\u00e4lfte (50 Prozent) dieser sechs Personen konnten zus\u00e4tzlich Schmerzen reduziert und der Schlaf verbessert werden. Au\u00dferdem reduzierten sich bei vier der sechs Patient*innen die Blutwerte des Entz\u00fcndungsmarkers TNF-alpha. An unerw\u00fcnschte Nebenwirkungen wurde \u00fcber Schwindel und Angstzust\u00e4nde berichtet.<br><br>Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kamen zum Ergebnis, dass die Aussagekraft der Studie aufgrund der vielen Therapieabbr\u00fcche begrenzt ist. <strong>Bei 3 der 11 Patient*innen konnte jedoch mit einer Gewichtszunahme um durchschnittlich 17,6 Prozent ein guter Erfolg erzielt werden.<\/strong> Daher soll in Zukunft eine gr\u00f6\u00dfere Studie mit Cannabinoid-Kapseln durchgef\u00fchrt werden [13].<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kachexiepatient: 10 kg mehr nach 4-monatiger Cannabistherapie<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Fallbericht aus dem Jahr 2020 besserte Medizinalcannabis die Kachexie infolge einer diabetischen Neuropathie bei einem ehemaligen Heroinabh\u00e4ngigen. Zu den h\u00e4ufigsten Beschwerden einer diabetisch neuropathischen Kachexie geh\u00f6ren Gewichtsverlust, Muskelschwund, Appetitverlust und eine depressive Verstimmung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zehn Jahre nach erfolgreicher Beendigung des Heroinkonsums stellte sich der 62-j\u00e4hrige Patient aufgrund chronischer Schmerzen und starkem Muskelschwund vor, um eine Cannabistherapie zu beginnen. Die antineuropathischen Medikamente Pregabalin und Duloxetin waren nicht ausreichend wirksam. Das opioidhaltige Schmerzmittel Tramadol verursachte starken Schwindel. Der Patient gab eine Schmerzst\u00e4rke von 6 bis 7 auf einer visuellen Analog-Skala (VAS) von 1 bis 10 an. Im vergangenen Jahr magerte der Betroffene von 84 kg auf 59 kg ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach einer umfassenden \u00e4rztlichen Untersuchung wurde eine Cannabinoid-Therapie mit einem THC- und CBD-haltigen Cannabisextrakt eingeleitet. <strong>Vier Monate nach Beginn der Behandlung berichtete der Patient \u00fcber eine Appetitbesserung und brachte 10 kg mehr auf die Waage. Die Schmerzen sind auf eine VAS von 2 gefallen. Au\u00dferdem haben sich Nachtschlaf, Beinschw\u00e4che und Stimmung gebessert.<\/strong> Die positiven Effekte wurden durch eine Steigerung der Insulindosis untermauert. Beim Aufbau von Muskelmasse ben\u00f6tigt der K\u00f6rper vermehrt Insulin, um Glucose in die Zellen aufzunehmen. Fragen bez\u00fcglich des Missbrauchspotenzials verneinte der Patient. Er kommt mit einem Fl\u00e4schchen des Cannabis\u00f6ls den ganzen Monat aus. Der Betroffene selbst beschrieb den Therapieerfolg von THC als h\u00e4tte er \u201eeinen Schatz\u201c entdeckt. Sein Selbstvertrauen kehrte zur\u00fcck [14].<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Appetitlosigkeit und Auszehrung ist ein gro\u00dfes Problem bei schwer kranken Patientinnen und Patientin. Da der geschw\u00e4chte K\u00f6rper nicht mehr so gut gegen die Erkrankung ank\u00e4mpfen kann, sollte m\u00f6glichst fr\u00fch behandelt werden, um den Muskelschwund zu stoppen oder zu verlangsamen. Da auch Fachleute noch nicht komplett verstanden haben, was bei einer Kachexie im K\u00f6rper passiert, sollten die komplexen entz\u00fcndlichen Abl\u00e4ufe weiter erforscht werden. So k\u00f6nnen Wissenschaftler*innen neue Therapieans\u00e4tze entwickeln. <strong>Aktuelle Studien zeigen, dass Tetrahydrocannabinol eine gute Option sein kann. <\/strong>Mit THC kann Betroffenen mit Krebs oder einer HIV-Infektion zu mehr Appetit und Lebensqualit\u00e4t verholfen werden. Da die Studienlage bisher d\u00fcnn ist, sind gr\u00f6\u00dfere Studien n\u00f6tig, um weiter die Rolle des ECS beim Energiestoffwechsel zu untersuchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quellen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[1]&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.thieme-connect.de\/products\/ejournals\/abstract\/10.1055\/s-0032-1332980\">Aktuelle Ern\u00e4hrungsmedizin 2013; 38(02): 97-111 DOI: 10.1055\/s-0032-1332980 DGEM-Leitlinie Klinische Ern\u00e4hrung, Georg Thieme Verlag KG Stuttgart \u00b7 New York<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[2]&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.deutschesapothekenportal.de\/rezept-retax\/dap-retax-arbeitshilfen\/rezeptur\/sonder-pzn\/\">https:\/\/www.deutschesapothekenportal.de\/rezept-retax\/dap-retax-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/a>arbeitshilfen\/rezeptur\/sonder-pzn\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[3]&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Argil\u00e9s, J., Busquets, S., Stemmler, B. <em>et al.<\/em> <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/25291291\/\">Cancer cachexia: understanding the molecular <\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; basis. <em>Nat Rev Cancer<\/em> <strong>14, <\/strong>754\u2013762 (2014), doi.org\/10.1038\/nrc3829<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[4]&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; John E Morley, David R Thomas, Margaret-Mary G Wilson, <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/16600922\/\">Cachexia: pathophysiology and <\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; clinical relevance, <em>The American Journal of Clinical Nutrition<\/em>, Volume 83, Issue 4, April 2006, &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Pages 735\u2013743, doi.org\/10.1093\/ajcn\/83.4.735<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[5]&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Baazim, H., Schweiger, M., Moschinger, M. et al. <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41590-019-0397-y\">CD8A+ T cells induce cachexia <\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; during chronic viral infection. Nat Immunol 20, 701\u2013710 (2019). &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41590-019-0397-y<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[6]&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Del Fabbro E. <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/30180745\/\">Combination therapy in cachexia<\/a>. Ann Palliat Med 2019;8(1):59-66. doi: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 10.21037\/apm.2018.08.05<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[7]&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/208181\/\">Supportive Therapie: Ern\u00e4hrung und Sport bei onkologischen Patienten<\/a> Dtsch Arztebl 2019; 116(23-24): [16]; DOI: 10.3238\/PersOnko.2019.06.10.04 Zopf, &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Yurdag\u00fcl; Herrmann, Hans Joachim; Neurath, Markus F.; Reljic, Dejan<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[8]&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Simon V, Cota D. MECHANISMS IN ENDOCRINOLOGY: <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/28246151\/\">Endocannabinoids and metabolism: <\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; past, present and future. Eur J Endocrinol. 2017 Jun;176(6):R309-R324. doi: 10.1530\/EJE-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 16-1044. Epub 2017 Feb 28. PMID: 28246151.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[9]&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Koch M, Varela L, Kim JG, Kim JD, Hern\u00e1ndez-Nu\u00f1o F, Simonds SE, Castorena CM, &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vianna CR, Elmquist JK, Morozov YM, Rakic P, Bechmann I, Cowley MA, Szigeti-Buck K, &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Dietrich MO, Gao XB, Diano S, Horvath TL. <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/25707796\/\">Hypothalamic POMC neurons promote <\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; cannabinoid-induced feeding. Nature. 2015 Mar 5;519(7541):45-50. doi: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 10.1038\/nature14260. Epub 2015 Feb 18. PMID: 25707796; PMCID: PMC4496586.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[10]&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Farokhnia, M., McDiarmid, G.R., Newmeyer, M.N. <em>et al.<\/em> <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41398-020-0756-3\">Effects of oral, smoked, and <\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; vaporized cannabis on endocrine pathways related to appetite and metabolism: a &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; randomized, double-blind, placebo-controlled, human laboratory study. <em>Transl Psychiatry<\/em> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <strong>10, <\/strong>71 (2020).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[11] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Beal JE, Olson R, Laubenstein L, Morales JO, Bellman P, Yangco B, Lefkowitz L, Plasse TF, &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Shepard KV. <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/7730690\">Dronabinol as a treatment for anorexia associated with weight loss in patients <\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; with AIDS. J Pain Symptom Manage. 1995 Feb;10(2):89-97. doi: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 10.1016\/0885-3924(94)00117-4. PMID: 7730690.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[12] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Whiting PF, Wolff RF, Deshpande S, et al. <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/26103030\/\">Cannabinoids for Medical Use: A Systematic <\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Review and Meta-analysis. <em>JAMA.<\/em> 2015;313(24):2456\u20132473. doi:10.1001\/jama.2015.6358<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[13]&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bar-Sela G, Zalman D, Semenysty V, Ballan E. <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/31595793\/\">The Effects of Dosage-Controlled Cannabis <\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Capsules on Cancer-Related Cachexia and Anorexia Syndrome in Advanced Cancer Patients: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Pilot Study. 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