{"id":53190,"date":"2022-03-31T07:31:23","date_gmt":"2022-03-31T06:31:23","guid":{"rendered":"https:\/\/kc.multimarketing.dev\/multiple-sklerose-behandlung-mit-medizinischem-cannabis\/"},"modified":"2022-03-31T07:32:18","modified_gmt":"2022-03-31T06:32:18","slug":"multiple-sklerose-behandlung-mit-medizinischem-cannabis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kalapa-clinic.com\/de\/multiple-sklerose-behandlung-mit-medizinischem-cannabis\/","title":{"rendered":"Multiple Sklerose: Behandlung mit medizinischem Cannabis"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Multiple Sklerose (MS) tritt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Die neurologische Erkrankung verl\u00e4uft schubf\u00f6rmig, die Symptome sind vielf\u00e4ltig. Zwar k\u00f6nnen die Standardtherapien die H\u00e4ufigkeit und Dauer der Sch\u00fcbe verringern, die medikament\u00f6sen Therapien sind jedoch nicht frei von starken Nebenwirkungen. Medizinisches Cannabis kann eine nebenwirkungsarme, erg\u00e4nzende Therapieoption sein, um verschiedene MS-Symptome zu lindern. Dies belegen unterschiedliche Studien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Multiple Sklerose (Polysklerose) ist eine Autoimmunerkrankung bzw. eine chronisch-entz\u00fcndliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), bei der die entz\u00fcndlichen Vorg\u00e4nge im Gehirn und im R\u00fcckenmark Teile der Nervenfasern zerst\u00f6ren. Dabei sch\u00e4digen die Abwehrzellen, die eigentlich Erreger und fremde Stoffe angreifen, das k\u00f6rpereigene Gewebe. Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass sich das Immunsystem gegen den eigenen K\u00f6rper wendet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Multiple Sklerose: Was sind die Ursachen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die genauen Ursachen sind noch nicht endg\u00fcltig gekl\u00e4rt. Zwar konnte bewiesen werden, dass die Erkrankung durch die entz\u00fcndlichen Vorg\u00e4nge im Gehirn und R\u00fcckenmark entsteht, warum es dazu kommt, ist aber unklar. Hier scheinen unterschiedliche Faktoren eine Rolle zu spielen, wie der Autoimmunprozess.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als m\u00f6gliche Ursache k\u00f6nnen Infektionen mit Viren (z. B. Herpesviren, Chlamydien oder das Eppstein-Barr-Virus), die den k\u00f6rpereigenen Strukturen \u00e4hneln, infrage kommen. Diese k\u00f6nnten auch bei der Entstehung anderer Autoimmunerkrankungen, wie der rheumatoiden Arthritis oder dem systemischen Lupus erythematodes (SLE) der Fall sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus spielen auch die Erbfaktoren eine wichtige Rolle. Verwandte von MS-Patienten tragen ein bis zu 30-fach erh\u00f6htes Risiko, ebenfalls zu erkranken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a><\/a>Welche Symptome treten bei der Multiplen Sklerose auf?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den typischen MS-bedingten Symptomen geh\u00f6ren:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Empfindungsst\u00f6rungen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Kribbeln (Ameisenlaufen) und\/oder Taubheitsgef\u00fchle in Armen und Beinen<\/li><li>schlechte Temperaturwahrnehmung<\/li><li>Spannungsgef\u00fchle um die Gelenk- und H\u00fcftregion<\/li><li>pl\u00f6tzlicher Schlag entlang der Wirbels\u00e4ule, wenn der Kopf nach vorne gebeugt wird (Nackenbeugezeichen)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sehst\u00f6rungen<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>schmerzende Augen<\/li><li>Schleier vor den Augen<\/li><li>Beeintr\u00e4chtigung der Farberkennung<\/li><li>Doppelbilder und\/oder Lichtblitze<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Muskell\u00e4hmungen<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>schnell erm\u00fcdende und kraftlose Muskeln<\/li><li>angespannte oder steife Muskeln<\/li><li>spastische L\u00e4hmungen in Armen und\/oder Beinen<\/li><li>Gesichtsl\u00e4hmungen (Fazialisparese)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen weitere Symptome auftreten, wie beispielsweise Geschmacks-, Gleichgewichts- und Sprachst\u00f6rungen. Ebenso kann es zu St\u00f6rungen bei der Blasen- und Stuhlentleerung kommen. Auch die Psyche leidet unter der Krankheit. Viele Betroffene entwickeln eine Depression, leiden unter Stimmungsschwankungen oder Schlaflosigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So vielf\u00e4ltig die Symptome sind, so k\u00f6nnen auch zahlreiche Ausl\u00f6ser zu einem akuten Schub f\u00fchren. Besondere Risikofaktoren k\u00f6nnen Stress, Infektionen, bestimmte Impfungen oder auch Hormonschwankungen sein. Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen, k\u00f6nnen ebenfalls einen akuten Schub ausl\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a><\/a>Diagnose und Therapie bei Multipler Sklerose<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn der Verdacht auf MS besteht, folgen in der Regel ein Anamnesegespr\u00e4ch sowie eine umfangreiche neurologische Untersuchung, bei der unter anderem die Muskelkraft, Reflexe sowie die Empfindungen getestet werden. Zur Sicherung der Diagnose wird eine Liquorpunktion (Entnahme von Nervenfl\u00fcssigkeit) durchgef\u00fchrt. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen auch eine Elektroenzephalografie (EEG) und eine Magnetresonanztomografie (MRT) die Diagnose best\u00e4tigen, da mit diesen bildgebenden Verfahren die krankhaft ver\u00e4nderten Entz\u00fcndungsherde entdeckt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da die Multiple Sklerose nicht heilbar ist, ist das Ziel einer Therapie, die akuten Beschwerden zu lindern (symptomatische Therapie) sowie akute Sch\u00fcbe zu behandeln. Au\u00dferdem kann mithilfe von Medikamenten versucht werden, die entz\u00fcndlichen Prozesse zu verringern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">MS-Kranke erhalten hierf\u00fcr Immuntherapeutika. Daf\u00fcr kommen Wirkstoffe wie Interferon-beta in der Basistherapie zum Einsatz, wenn die Krankheit mild bis m\u00e4\u00dfig verl\u00e4uft. Die Basistherapie kann die H\u00e4ufigkeit und die Dauer der Sch\u00fcbe verringern, Immuntherapeutika k\u00f6nnen jedoch starke Nebenwirkungen haben, wie zum Beispiel:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Magen-Darm-Beschwerden<\/li><li>Fieber<\/li><li>Gliederschmerzen<\/li><li>Kopfschmerzen<\/li><li>M\u00fcdigkeit<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollte die Therapie bei einem Patienten nicht anschlagen oder kommt es zu einer hochaktiven Phase, werden in der Regel Immuntherapeutika mit den Wirkstoffen Natalizumab oder Alemtuzumab verordnet. Diese Arzneimittel enthalten gezielt wirkende Antik\u00f6rper.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus kommen bei akuten Sch\u00fcben auch andere Medikamente wie hoch dosierte Glukokortikoide (Entz\u00fcndungshemmer) zur Anwendung. Allerdings kann ein akuter Schub nicht immer mit einer Kortison-Therapie gelindert werden. Zudem ist eine Behandlung mit Kortison ebenfalls mit Nebenwirkungen verbunden, worunter die Patient*innen zus\u00e4tzlich leiden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a><\/a>Krankheitsverlauf und Prognose<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die MS verl\u00e4uft zu Beginn schubartig und sp\u00e4ter chronisch fortschreitend. Der genaue Krankheitsverlauf kann nicht vorhergesagt werden. Dieser ist von Mensch zu Mensch verschieden. Etwa ein Drittel aller Betroffenen im fortgeschrittenen Stadium leben ohne eine gr\u00f6\u00dfere schwere Behinderung. Bei einem weiteren Drittel zeigen sich nur teilweise Einschr\u00e4nkungen im t\u00e4glichen Leben und Berufsalltag. Mit einer Berufsunf\u00e4higkeit und Pflegebed\u00fcrftigkeit geht die Erkrankung bei einem weiteren Drittel einher.<a><\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Cannabis als Medizin bei Multipler Sklerose<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit der Entdeckung des Endocannabinoid-Systems im menschlichen K\u00f6rper vor \u00fcber 20 Jahren werden auf Cannabis basierende Arzneimittel intensiv erforscht. Bei den Endocannabinoiden handelt es sich um Substanzen, die sich an die Cannabinoid-Rezeptoren (CB1- und CB2-Rezeptoren) binden und den Informationsfluss der Neuronen im ZNS modulieren. Somit k\u00f6nnen sie verschiedene Funktionen wie Schmerzempfinden, Appetit und Schlaf beeinflussen. Bei Multipler Sklerose konnten Ver\u00e4nderungen im Endocannabinoid-System nachgewiesen werden, sodass die zuvor genannten Funktionen beeintr\u00e4chtigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht nur mit k\u00f6rpereigenen Cannabinoiden (Endocannabinoide), sondern auch mithilfe von den Cannabinoiden (Phytocannabinoide) aus der Cannabis-Pflanze wie Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (THC) l\u00e4sst sich das Endocannabinoid-System therapeutisch beeinflussen.<a><\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Cannabis-Therapie gegen spastische Symptome<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rund 80 Prozent der Patient*innen leiden unter spastischen St\u00f6rungen, die Schmerzen verursachen. Dass Cannabinoide bei einer Spastik eine positive Wirkung entfalten k\u00f6nnen, haben bereits verschiedene Studien gezeigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schweizer Forscher stellten im Jahr 2004 in ihrer Doppelblind-Crossover-Studie fest, dass sich bei 37 von 50 Probanden mit MS die H\u00e4ufigkeit der Muskelkr\u00e4mpfe durch eine Behandlung mit einem oral verabreichten standardisierten Cannabis-Extrakt reduzierte [1].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weitere klinische Studie aus Gro\u00dfbritannien hat im Jahr 2007 ebenfalls gezeigt, dass medizinisches Cannabis sich effektiver zeigte als ein Placebo [2]. Zum Einsatz kam hier ein standardisiertes oromukosales Medikament (Mundspray) mit THC und CBD.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch US-Forscher untersuchten die Wirkung von Cannabis-Extrakten auf Spastiken und Muskelkr\u00e4mpfe im Rahmen der MS-Erkrankung und konnten einen positiven Effekt best\u00e4tigen [3].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aktuellere Studien zeigen ebenfalls, dass MS-Patienten von cannabisbasierten Medikamenten profitieren k\u00f6nnen. Im April 2017 berichteten neuseel\u00e4ndische Forscher \u00fcber Patienten mit MS, die auf eine Behandlung mit Standard-Medikamenten unzureichend ansprachen. Nachdem ihnen 12 Wochen lang das Mundspray Sativex (THC\/CBD) verabreicht wurde, besserten sich die spastischen Symptome [4].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wichtige Information: Das Mundspray Sativex ist f\u00fcr die MS-Therapie zugelassen. Die Krankenkassen sind also zur Kosten\u00fcbernahme verpflichtet, sodass keine vorherige Genehmigung bzw. ein Antrag erforderlich ist. <\/strong><a><\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Medizinische Cannabinoide gegen Schmerzen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gro\u00dfteil der Patienten leidet unter starken Schmerzen \u2013 sei es aufgrund einer Spastik oder der Entz\u00fcndungen des Nervengewebes. Dass Cannabis als Medizin bei chronischen Schmerzen eine vorteilhafte Wirkung entfalten kann, ist hinl\u00e4nglich bekannt. Auch bei Schmerzen, die bei Multipler Sklerose auftreten, konnten Untersuchungen zeigen, dass Medizinalcannabis in Form von Fertig- oder Rezepturarzneimitteln oder aber medizinischen getrockneten Cannabisbl\u00fcten wirksam sein kann [5].<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a><\/a>Cannabidiol (CBD) gegen Entz\u00fcndungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Forschung nimmt als Grund f\u00fcr die medizinische Wirkung von Cannabis bei MS-bedingten Spasmen und Muskelkr\u00e4mpfen an, dass das nicht-psychoaktive Cannabinoid CBD vermutlich in der Lage ist, Nervenentz\u00fcndungen zu mindern. In einer israelischen Studie aus dem Jahr 2011 zeigten die Forscher an M\u00e4usen mit einem MS-\u00e4hnlichen Zustand, dass sie nach der Gabe von hoch konzentriertem CBD ihre steifen Beine wieder bewegen konnten und weniger Entz\u00fcndungen aufwiesen [6].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2017 berichteten die gleichen israelischen Forscher dar\u00fcber, dass entz\u00fcndungsf\u00f6rdernde Astrozyten (sternf\u00f6rmige Nervenzellen) an nahezu allen Gehirnfunktionen beteiligt sind und dass sie mit dem Endocannabinoid-System interagieren. Nach der Auswertung von gesammelten Daten erkl\u00e4rten die Forscher, dass die Aktivit\u00e4t der Astrozyten vermutlich durch die Gabe von CBD verringert werden kann [7]. Dies k\u00f6nnte sich positiv auf den Krankheitsverlauf bei MS, Alzheimer und Epilepsie auswirken. Allerdings fehlen hier noch klinische Forschungen, um diese Annahmen zu best\u00e4tigen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">MS-Patient*innen mit schwerer Spastik erzielten Therapieerfolg mit Sativex<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Forscherteam untersuchte im Jahr 2010 die Wirksamkeit von Sativex oder Placebo bei 337 Patient*innen mit therapieresistenter Spastik in Folge von Multipler Sklerose. Sativex ist ein Mundspray mit THC und CBD. Die Teilnehmenden stuften die St\u00e4rke der Spastik mithilfe einer numerischen Rating-Skala (NRS) von 0 bis 10 Punkten ein. Ein Ansprechen auf die Therapie definierten die Wissenschaftler*innen als eine Reduktion der Spastik um mindestens 30 Prozent. <strong>Es zeigte sich, dass bei Anwendung des Mundsprays die St\u00e4rke der Beschwerden um -1,3 Punkte abnahm <\/strong>im Vergleich zu -0,8 Punkten bei Betroffenen aus der Placebogruppe. <strong>36 Prozent der Personen aus der Sativex-Gruppe sprachen auf die Therapie an. <\/strong>In der Placebogruppe waren es nur 24 Prozent. Das Medikament war dabei gut vertr\u00e4glich. Es traten lediglich leichte bis mittelschwere Nebenwirkungen auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ergebnisse zeigen, dass Sativex eine wirksame Zusatztherapie bei MS-Patient*innen mit schwerer Spastik ist [8]. Basierend auf den positiven Ergebnissen dieser und weiterer gro\u00dfer klinischer Studien mit MS-Patient*innen wurde Sativex im Juli 2011 in Deutschlandzugelassen. Ein Marktbericht aus dem Jahre 2019 zeigte, dass Sativex mittlerweile in 21 europ\u00e4ischen Staaten verf\u00fcgbar und damit das Cannabinoid-basierte Medikament mit den meisten Zulassungen ist [9].<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Placebokontrollierte Studie: Sativex-Spray wirksam als Zusatztherapie<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein internationales Team aus Wissenschaftler*innen aus Tschechien, Spanien und Deutschland ver\u00f6ffentlichte 2019 eine placebokontrollierte Studie (Salvant-Studie: Sativex as Add-on therapy Vs. Futher optimized first-line ANTispastics) zur Cannabinoidtherapie bei MS-Betroffenen mit mittelschweren bis schweren Spastiken. Untersucht wurde die Effektivit\u00e4t von Sativex als Zusatztherapie zu herk\u00f6mmlichen krampfl\u00f6senden Medikamenten. Die Studie bestand aus zwei Abschnitten: In der ersten 4-w\u00f6chigen Phase erhielten 191 Teilnehmende das Cannabinoid-Spray, um Patient*innen zu erkennen, die davon profitierten. <strong>Durch das Cannabinoid-Spray ging bei diesen Personen die Spastik gemessen auf einer numerischen Rating-Skala (<\/strong><strong>NRS) von 0-10 um mindestens 20 Prozent zur\u00fcck. Etwas mehr als die H\u00e4lfte (106 Personen) sprachen auf Sativex an <\/strong>und begannen die doppelblinde Studienphase: Jeweils 53 Personen nahmen f\u00fcr zw\u00f6lf Wochen entweder Sativex oder ein Scheinmedikament zus\u00e4tzlich zur Optimierung der \u00fcbrigen antispastischen Medikamente.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach 12 Wochen wurde untersucht, welche Patient*innen klinisch signifikant profitieren, also die Spastik um mindestens 30 Prozent abnahm: <strong>Unter Sativex gingen spastische Beschwerden bei etwa dreiviertel (77,4 Prozent) deutlich zur\u00fcck<\/strong>, verglichen mit nur einem Drittel (32,1 Prozent) in der Placebogruppe. Sativex besserte auch weitere Beschwerden: <strong>Die durchschnittlichen Werte f\u00fcr Spastik, eingestuft mit der Ashworth-Skala, und Schmerzen waren unter dem Spray signifikant reduziert. <\/strong>Nebenwirkungen der Cannabistherapie waren leicht bis mittelschwer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt kam das wissenschaftliche Team zum Schluss, dass Sativex bei resistenter Spastik bei MS \u2013 zus\u00e4tzlich zur Therapieoptimierung der antispastischen Standardtherapie \u2013 zu besserer und signifikanterer Beschwerdelinderung f\u00fchrt als eine Anpassung der Standardmedikation alleine [10].<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Signifikante Besserung schwerer Spastik<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutsche und spanische Wissenschaftler*innen ver\u00f6ffentlichten 2020 eine sogenannte Post-hoc-Analyse, also statistische Auswertung der SALVANT-Studie. Ziel des Forscherteam war zu kl\u00e4ren, wie patientenindividuelle Unterschiede \u2013 Behindertenstatus, Schwere und Dauer der Spastik \u2013 den Therapieerfolg von Sativex bzw. Placebo beeinflusst haben k\u00f6nnten. <strong>Die Schwere von Spastik und Schmerzen, gemessen auf der Numerischen Rating-Skala wurden im gesamten Therapieverlauf untersucht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Patient*innen wurden in <strong>verschiedene Untergruppen <\/strong>aufgeteilt, die separat statistisch ausgewertet wurden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>EDSS (Expanded disability status scale): Behinderungsstatus durch MS<\/li><li>Schwere der Spastik: weniger stark (NRS 4 \u2013 6), stark (NRS \u00fcber 6)<\/li><li>Dauer der Spastik: weniger als 5 Jahre, mindestens 5 Jahre<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Statistische Daten best\u00e4tigten die Effektivit\u00e4t von Sativex: <\/strong>Bei allen Teilnehmenden konnte das Cannabinoidspray die <strong>durchschnittlichen NRS-Werte f\u00fcr Spastik und Schmerzen halbieren<\/strong>. Die Wissenschaftler*innen zogen das Fazit, dass Sativex \u00fcber alle Untergruppen hinweg schwere spastische Beschwerden lindert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Statistisch waren die <strong>Erfolgsaussichten der Cannabinoidbehandlung umso gr\u00f6\u00dfer, je schwerer die Patient*innen betroffen<\/strong> waren: Bei moderater Spastik profitierten in der SALVANT-Studie zahlenm\u00e4\u00dfig mehr Teilnehmende von Sativex als von Placebo. Statistisch signifikante Besserungen konnten bei Personen mit schwerer Spastik festgestellt werden. Mit Spastik verbundene Schmerzen besserten sich oft \u00e4hnlich in den Untergruppen [11].<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Cannabinoide in der Langzeittherapie effektiv und sicher<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer 2012 ver\u00f6ffentlichten offenen Verlaufsstudie wurde die langfristige Sicherheit und Toleranz von Sativex bei 146 MS-Patient*innen mit Spastik untersucht. Das englische Forscherteam erfasste H\u00e4ufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen. Die durchschnittliche Anwendungszeit betrug 334 Tage mit Streuungen von einem Tag und bis zu 2,2 Jahren. Insgesamt 59 Patient*innen (40 %) nahmen Sativex l\u00e4nger als ein Jahr ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am h\u00e4ufigsten wurden leichte bis moderate Nebenwirkungen beobachtet, wobei Schwindel (24,7 %), Fatigue (12,3 %) und Kopfschmerzen am meisten auftraten. \u00dcber schwerwiegende Nebenwirkungen berichteten f\u00fcnf Personen (3,4 %). So erlitt einer der Teilnehmenden psychiatrische Nebenwirkungen. Die meisten unerw\u00fcnschte Effekte gingen nach Absetzen der Behandlung innerhalb von 30 Tagen zur\u00fcck und es traten keine Entzugssymptome auf. Auch die Symptomatik verschlechterte sich nach Absetzen von Sativex nicht gegen\u00fcber dem Ausgangszustand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die individuell ben\u00f6tigte Cannabinoiddosis variierte bei den Betroffenen, blieb jedoch ann\u00e4hernd konstant, sobald sie einmal optimal eingestellt ist. <\/strong>Die meisten Patient*innen entwickelten also keine Toleranz und auch die Dosierung der \u00fcbrigen antispastischen Medikation blieb ann\u00e4hernd unver\u00e4ndert. <strong>Insgesamt zeigen die Ergebnisse, das Cannabinoide auch in der Langzeitbehandlung von MS sicher und effektiv eingesetzt werden k\u00f6nnen. <\/strong>Dagegen k\u00f6nnen andere orale Antispastika wie Baclofen, Benzodiazepine, Tizanidin oder Dantrolen wegen therapielimitierender Nebenwirkungen oft nur begrenzt eingesetzt werden [12]. Sie m\u00fcssen h\u00e4ufig relativ hoch dosiert werden, was Nebenwirkungen wie Muskelschw\u00e4che mit sich bringen kann [13].<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Placebokontrollierte Studie: Dronabinol sicher zur Langzeittherapie von Nervenschmerzen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele MS-Patient*innen leiden an <strong>neuropathischen Schmerzen<\/strong>. Antineuropathische Medikamente (z. B. Trizyklische Antidepressiva, Kalziumkanalblocker, Opioide) bringen oft starke Nebenwirkungen mit sich und lindern die Schmerzen oft unzureichend. Viele Studien untersuchen daher Cannabis als weitere medikament\u00f6se Therapieoption bei Nervenschmerzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein deutsches Forscherteam untersuchte in einer 2017 ver\u00f6ffentlichten Doppelblindstudie das <strong>Nutzen-Risiko-Verh\u00e4ltnis der Langzeitbehandlung von neuropathischen Schmerzen mit Dronabinol (synthetisch hergestelltes THC)<\/strong>. 240 an MS erkrankte Patient*innen mit zentralen neuropathischen Schmerzen nahmen an der zwischen Juni 2007 und M\u00e4rz 2010 durchgef\u00fchrten Studie teil. Nach dem Zufallsprinzip erhielten 124 Betroffene Dronabinol und 116 Personen ein Scheinmedikament.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Studie bestand aus drei Abschnitten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Placebokontrollierte Studienphase: 16 Wochen, einschlie\u00dflich 4-w\u00f6chiger Dosiseinstellung<\/li><li>Offene Studienphase: 32 Wochen<\/li><li>Nachbeobachtungsphase (Follow-up): 96 Wochen mit einer Untergruppe von Patienten, wobei 100 Patienten die Studie bis zu 119 Wochen fortsetzten<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wissenschaftler*innen untersuchten die \u00c4nderung der <strong>Schmerzst\u00e4rke<\/strong>, gemessen auf einer numerischen Rating-Skala (NRS) von 0 bis 10 w\u00e4hrend der 16-w\u00f6chigen Doppelblindstudie. Zus\u00e4tzlich wurde das <strong>Sicherheitsprofil <\/strong>von Dronabinol (unerw\u00fcnschte Wirkungen, Missbrauch und Abh\u00e4ngigkeit) untersucht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Studie zeigt eine klinisch relevante Linderung der Schmerzen sowohl beim Placebo <a>als<\/a><a href=\"#_msocom_1\">[GR1]<\/a>&nbsp; auch bei Dronabinol (Dronabinol um 1,92 und Scheinmedikament um 1,81), ohne dass zwischen den beiden Gruppen statistisch ein Unterschied besteht. Auch in der Nachbeobachtungsphase unter Dronabinol blieb die Schmerzst\u00e4rke konstant niedrig bei 2,5 bis 3,8. In der doppelblinden Phase stieg die <strong>Lebensqualit\u00e4t in beiden Therapiegruppen deutlich<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Patient*innen, die Dronabinol einnahmen, berichteten vermehrt \u00fcber Nebenwirkungen: Am h\u00e4ufigsten waren dies <strong>Benommenheit, Schwindel, Fatigue und Mundtrockenheit<\/strong>. Schwerwiegende Nebenwirkungen waren selten: Drei Personen erlitten Dysphorie, Verstopfung und Schmerzverst\u00e4rkung. <strong>Bei l\u00e4ngerfristiger Einnahme bildet sich eine Toleranz gegen\u00fcber vielen unerw\u00fcnschte Nebenwirkungen, sodass Dronabinol langfristig gut vertr\u00e4glich ist.<\/strong> Die meisten Nebenwirkungen traten w\u00e4hrend der 4-w\u00f6chigen Dosisfindung auf. Die Vertr\u00e4glichkeit von Dronabinol wurde von den meisten Patient*innen als gut bewertet: In der doppelblinden Phase beurteilten 84,5 Prozent und in der offenen Phase 85,2 Prozent der Teilnehmenden die Cannabinoidtherapie als gut vertr\u00e4glich. Dieser Anteil stieg in der Nachbeobachtungsphase auf 93 Prozent. Im Schnitt wurde Dronabinol f\u00fcr 382 Tage, also knapp \u00fcber einem Jahr eingenommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Gro\u00dfteil der Teilnehmenden hielt nach erfolgter Dosiseinstellung die Dronabinoldosierung konstant. Dies deutet darauf hin, dass eine Toleranzentwicklung gegen\u00fcber therapeutischen Wirkungen ausbleibt:<\/strong> 63 Personen blieben bei der gleichen Dosierung und 24 Personen reduzierten sie im Studienverlauf. Lediglich 19 Personen erh\u00f6hten vor\u00fcbergehend die Dosierung. <strong>Bef\u00fcrchtungen zu Abh\u00e4ngigkeits- und Missbrauchspotenzial von Dronabinol sind meist unbegr\u00fcndet:<\/strong> Lediglich eine Person zeigte in der Nachbeobachtungsphase leichte Anzeichen einer Cannabisabh\u00e4ngigkeit. Missbrauchsf\u00e4lle traten nicht auf. Die meisten Teilnehmer*innen konnten Dronabinol nach Studienende problemlos absetzen: Lediglich 6 Personen der offenen Studien und 4 Personen der Langzeitstudie hatten mit Entzugserscheinungen zu k\u00e4mpfen. Dazu geh\u00f6rten Schlafst\u00f6rungen, Nervosit\u00e4t und eine Schmerzverst\u00e4rkung nach Behandlungsabbruch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt belegt die Studie, dass <strong>Dronabinol gut vertr\u00e4glich und sicher ist. Neuropathische Schmerzen k\u00f6nnen lang anhaltend gelindert werden<\/strong>, wobei eine signifikante Schmerzlinderung gegen\u00fcber Placebo bisher nicht belegt werden konnte. Da andere Neuropathiemedikamente oft nicht wirksamer sind und ebenfalls Nebenwirkungen mit sich bringen, kann Dronabinol eine vielversprechende Therapieoption sein: Durch <strong>schmerzlindernde, sedierende, krampfl\u00f6sende, entz\u00fcndungshemmende und angstl\u00f6sende Effekte kann Dronabinol auf vielf\u00e4ltige Weise Beschwerden lindern. <a>\u201cInsgesamt sollte der Arzt aufgrund der vielf\u00e4ltigen Nebenwirkungen der verschiedenen Behandlungsoptionen eine Einzelfallentscheidung treffen, insbesondere bei Kombinationstherapien [14]\u201d.<\/a><\/strong><a href=\"#_msocom_2\">[ML2]<\/a>&nbsp;<strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die bisherigen Studienergebnisse zu der Wirkungsweise von Cannabis als Medizin bei den im Rahmen der Multiplen Sklerose auftretenden Beschwerden wie Spasmen, chronische Schmerzen und Entz\u00fcndungen sind f\u00fcr Patienten ermutigend. Aus zahlreichen Erfahrungsberichten von Patient*innen, die eine Cannabis-Behandlung in Anspruch nehmen, ist bekannt, dass Medizinalcannabis die Symptome lindern kann. Au\u00dferdem berichten sie h\u00e4ufig dar\u00fcber, dass sich ihre Schlafqualit\u00e4t und auch insgesamt ihre Lebensqualit\u00e4t bessert. Dar\u00fcber hinaus ist die Multiple Sklerose eine der wenigen gesicherten Indikationen f\u00fcr den Einsatz von medizinischem Cannabis.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aktuelle Studien zeigten, dass Cannabinoide, Spasmen und Schmerzen bei MS-Patient*innen bei gutem Sicherheitsprofil langfristig lindern k\u00f6nnen. Eine signifikante \u00dcberlegenheit gegen\u00fcber Placebo ist allerdings derzeit nicht belegt. Dennoch k\u00f6nnen Cannabinoide angesichts der begrenzten Wirksamkeit und der Nebenwirkungen etablierter antineuropathischer Medikamente wie Pregabalin und Opioiden, eine wichtige zus\u00e4tzliche Therapieoption zur Beschwerdelinderung und Steigerung der Lebensqualit\u00e4t sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quellen<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[1] Berner Klinik, Schweiz, 2004, C Vaney et al., \u201e<a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/15327040\/\">Efficacy, Safety and Tolerability of an Orally Administered Cannabis Extract in the Treatment of Spasticity in Patients With Multiple Sclerosis: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled, Crossover Study<\/a>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[2] Department of Neurorehabilitation, UK, Collin C1 et al., 2007, \u201c<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/17355549\">Randomized controlled trial of cannabis-based medicine in spasticity caused by multiple sclerosis<\/a>\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[3] Global Neuroscience Initiative Foundation, USA, Shaheen E Lakhan, Marie Rowland1, 2009, \u201c<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/19961570\">Whole plant cannabis extracts in the treatment of spasticity in multiple sclerosis: a systematic review<\/a>\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[4] Springer, Private Bag 65901, New Zealand, Keating GM1, 2017, \u201c<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/28293911\">Delta-9-Tetrahydrocannabinol\/Cannabidiol Oromucosal Spray (Sativex\u00ae): A Review in Multiple Sclerosis-Related Spasticity<\/a>\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[5] PharmIdeas Research &amp; Consulting Inc., Canada, Iskedjian M1 et al., 2007, \u201c<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/17257464\">Meta-analysis of cannabis based treatments for neuropathic and multiple sclerosis-related pain<\/a>\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[6] Sackler School of Medicine, Tel Aviv University, Tel Aviv, Israel, Kozela E1 et al., 2011, \u201c<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/21449980\">Cannabidiol inhibits pathogenic T cells, decreases spinal microglial activation and ameliorates multiple sclerosis-like disease in C57BL\/6 mice<\/a>\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[7] Sackler School of Medicine, Tel Aviv University, Tel Aviv, Israel, Kozela E1 et al.,2017, \u201c<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/28788104\">Modulation of Astrocyte Activity by Cannabidiol, a Nonpsychoactive Cannabinoid<\/a>\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[8] Collin C, Ehler E, Waberzinek G, et al. <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/abs\/10.1179\/016164109X12590518685660\">A double-blind, randomized, placebo-controlled, parallel-group study of Sativex, in subjects with symptoms of spasticity due to multiple sclerosis. Neurol Res. 2010<\/a>;32(5):451-459. doi:10.1179\/016164109X12590518685660<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[9] <a href=\"https:\/\/www.emcdda.europa.eu\/system\/files\/publications\/11391\/TDAU19001ENN.pdf\">Developments in the European cannabis market<\/a>; EMCDDA, Lisbon, June 2019 doi:10.2810\/769499.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[10] Markov\u00e0 J, Essner U, Akmaz B, et al. <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/abs\/10.1080\/00207454.2018.1481066?journalCode=ines20\">Sativex\u00ae as add-on therapy vs. further optimized first-line ANTispastics (SAVANT) in resistant multiple sclerosis spasticity: a double-blind, placebo-controlled randomised clinical trial<\/a>. <em>Int J Neurosci<\/em>. 2019;129(2):119-128. doi:10.1080\/00207454.2018.1481066<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[11] Meuth SG, Henze T, Essner U, Trompke C, Vila Silv\u00e1n C. <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/abs\/10.1080\/00207454.2020.1730832?journalCode=ines20\">Tetrahydrocannabinol and cannabidiol oromucosal spray in resistant multiple sclerosis spasticity: consistency of response across subgroups from the SAVANT randomized clinical trial<\/a>. <em>Int J Neurosci<\/em>. 2020;130(12):1199-1205. doi:10.1080\/00207454.2020.1730832<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[12] Serpell MG, Notcutt W, Collin C. <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s00415-012-6634-z\">Sativex long-term use: an open-label trial in patients with spasticity due to multiple sclerosis<\/a>. J Neurol. 2013 Jan;260(1):285-95. doi: 10.1007\/s00415-012-6634-z. Epub 2012 Aug 10. PMID: 22878432.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[13] Platz T. et al., <a href=\"https:\/\/dgn.org\/leitlinien\/ll-030-078-therapie-des-spastischen-syndroms-2019\/\">Therapie des spastischen Syndroms, S2k-Leitlinie, 2018<\/a>, in: Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Neurologie (Hrsg.), Leitlinien f\u00fcr Diagnostik und Therapie in der Neurologie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[14]&nbsp; Schimrigk S, Marziniak M, Neubauer C, Kugler EM, Werner G, Abramov-Sommariva D. <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC5804828\/\">Dronabinol Is a Safe Long-Term Treatment Option for Neuropathic Pain Patients<\/a>. <em>Eur Neurol<\/em>. 2017;78(5-6):320-329. doi:10.1159\/000481089<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"_msocom_1\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Multiple Sklerose (MS) tritt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Die neurologische Erkrankung verl\u00e4uft schubf\u00f6rmig, die Symptome sind vielf\u00e4ltig. Zwar k\u00f6nnen die Standardtherapien die H\u00e4ufigkeit und Dauer der Sch\u00fcbe verringern, die medikament\u00f6sen Therapien sind jedoch nicht frei von starken Nebenwirkungen. Medizinisches Cannabis kann eine nebenwirkungsarme, erg\u00e4nzende Therapieoption sein, um verschiedene MS-Symptome zu lindern. [&#8230;]<\/p>\n<p><a class=\"understrap-read-more-link\" href=\"https:\/\/www.kalapa-clinic.com\/de\/multiple-sklerose-behandlung-mit-medizinischem-cannabis\/\">Lesen Sie mehr \u2192<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":46,"featured_media":20668,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"_uag_custom_page_level_css":"","footnotes":""},"categories":[5128],"tags":[4136,5105,3960,4298,5134],"class_list":["post-53190","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-neurologische-erkrankungen","tag-behandlung-mit-medizinischem-cannabis","tag-cbd-de","tag-medizinischem-cannabis","tag-multiple-sklerose","tag-thc-de"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v18.6 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Multiple Sklerose: Behandlung mit medizinischem Cannabis | Kalapa Clinic<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Medizinalcannabis kann Beschwerden bei MS-Betroffenen lindern. 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