{"id":53046,"date":"2017-09-07T14:37:30","date_gmt":"2017-09-07T14:37:30","guid":{"rendered":"https:\/\/kc.multimarketing.dev\/cannabinoid-behandlung-depression\/"},"modified":"2021-06-02T09:09:39","modified_gmt":"2021-06-02T08:09:39","slug":"cannabinoid-behandlung-depression","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kalapa-clinic.com\/de\/cannabinoid-behandlung-depression\/","title":{"rendered":"Depression: Behandlung mit medizinischem Cannabis"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400;\">Laut der<\/span><a href=\"https:\/\/www.deutsche-depressionshilfe.de\/start\"> <span style=\"font-weight: 400;\">Deutschen Depressionshilfe<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> geh\u00f6ren Depressionen zu den h\u00e4ufigsten psychischen Erkrankungen. Mehr als f\u00fcnf Millionen erwachsene Deutsche zwischen 18 und 79 Jahren erkranken innerhalb eines Jahres an einer depressiven St\u00f6rung (1). Diese Zahl erh\u00f6ht sich noch um ein Vielfaches, wenn erkrankte Kinder, Jugendliche, Menschen \u00fcber 79 Jahren sowie Menschen, die sich nicht in \u00e4rztliche Behandlung begeben, hinzugez\u00e4hlt werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Behandlung einer Depression erfordert meist die Kombination verschiedener Therapieformen wie einer Psychotherapie, medikament\u00f6sen Therapie sowie therapeutischen Ma\u00dfnahmen (z. B. Bewegungstherapie). Cannabis als Medizin k\u00f6nnte eine erg\u00e4nzende Therapiema\u00dfnahme darstellen.<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"font-weight: 400;\">Depression: Was passiert im Gehirn?<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Verschiedene Untersuchungen deuten darauf hin, dass bei einer Depression verschiedene Neurotransmitter aus dem Gleichgewicht geraten sind. Neurotransmitter sind Botenstoffe, wie zum Beispiel Dopamin, Noradrenalin, Serotonin und Gamma-Aminobutters\u00e4ure. Diese zeigen bei Patienten h\u00e4ufig eine erniedrigte Aktivit\u00e4t.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Hier setzen dann Antidepressiva an, die f\u00fcr eine Erh\u00f6hung der Neurotransmitter sorgen. Da Antidepressiva jedoch nicht bei allen Patienten wirken, wird angenommen, dass es bei der Auspr\u00e4gung der Neurotransmitter-St\u00f6rung individuelle Unterschiede gibt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dar\u00fcber hinaus scheint auch das Stresshormon Cortisol bei einer depressiven Erkrankung eine wichtige Rolle zu spielen (2). Untersuchungen zufolge kann eine Depression die Erh\u00f6hung des Cortisol-Spiegels bewirken. Diese \u00dcberaktivit\u00e4t kann mit einem komplizierten System zusammenh\u00e4ngen, das die tieferliegenden Gehirnteile mit der Nebenniere verbindet. Aufgrund genetischer oder biografischer Einfl\u00fcsse k\u00f6nnte dieses System derart ver\u00e4ndert sein, dass Betroffene auf seelische Belastungen besonders intensiv reagieren. Infolge dessen kommt es zu einer erh\u00f6hten Cortisol-Aussch\u00fcttung.<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"font-weight: 400;\">Ursachen, Ausl\u00f6ser und Risikofaktoren<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Eine genaue Ursache l\u00e4sst sich in der Regel nicht ausfindig machen, da verschiedene Faktoren die Krankheitsentstehung bedingen. Oft sind es besonders belastende Ereignisse im Leben eines Menschen, die eine psychische St\u00f6rung ausl\u00f6sen. Hierzu geh\u00f6ren unter anderem:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Verluste in der Kindheit<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Missbrauch \/ Gewalterfahrungen<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Tod eines geliebten Menschen<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Beziehungsprobleme<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Probleme im beruflichen Umfeld<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">lange Stressphasen bzw. lang andauernde \u00dcberforderung<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Zudem k\u00f6nnen auch k\u00f6rperliche Erkrankungen, wie zum Beispiel Hormonst\u00f6rungen oder schwere Krebserkrankungen, depressive Episoden ausl\u00f6sen. Au\u00dferdem kann eine genetische Veranlagung bei der Krankheitsentstehung mitverantwortlich sein.<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"font-weight: 400;\">Arten von Depressionen<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es existieren verschiedene Arten von Depression:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><b>Major Depression<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Die \u201cunipolare Depression\u201d kommt am h\u00e4ufigsten vor und \u00e4u\u00dfert sich mit Niedergeschlagenheit und\/oder einem Verlust von Freude an allt\u00e4glichen Aktivit\u00e4ten. Dabei k\u00f6nnen die Symptome leicht, mittelgradig und schwer sein. In schweren F\u00e4llen sind alle Bereiche des Lebens stark beeintr\u00e4chtigt.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><b>Bipolare St\u00f6rung (manisch-depressive St\u00f6rung)<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Patienten erleben hier depressive oder manische Phasen. Jede Phase kann dabei unterschiedlich stark ausgepr\u00e4gt sein und zwischen den Phasen erleben Patienten auch h\u00e4ufig eine symptomfreie Zeit. Die Manie ist das Gegenteil einer Depression. Zu den Symptomen z\u00e4hlen ein vermindertes Schlafbed\u00fcrfnis, rasende Gedanken und schnelles Sprechen, Konzentrationsst\u00f6rungen, Reizbarkeit sowie das Gef\u00fchl, voller Energie zu sein. Einige Patienten verlieren auch den Kontakt zur Realit\u00e4t und entwickeln psychotische Zust\u00e4nde (z. B. Wahnvorstellungen oder Halluzinationen).<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><b>Zyklothyme St\u00f6rung<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Bei dieser St\u00f6rung handelt es sich um eine weniger ausgepr\u00e4gte Form der bipolaren St\u00f6rung. Patienten leiden unter chronischen Stimmungsschwankungen, wobei sich die Phasen einer leichten bis mittelgradigen Manie (Hypomanie) mit den Phasen einer depressiven Episode abwechseln.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><b>Psychotische Depression<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Patienten k\u00f6nnen im Rahmen einer depressiven Erkrankung eine Psychose entwickeln, die sich dann mit Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Gr\u00f6\u00dfenideen und\/oder paranoidem Verhalten \u00e4u\u00dfert.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><b>Pr\u00e4natale und postnatale Depression<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Sowohl w\u00e4hrend der Schwangerschaft (pr\u00e4natale Zeit) als auch nach der Geburt (postnatale Zeit) haben Frauen ein erh\u00f6htes Depressionsrisiko. Die Ursachen sind h\u00e4ufig ein Zusammenspiel aus unterschiedlichen Faktoren.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><b>Dysthymie (neurotische Depression)<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Hier zeigen sich die gleichen Symptome wie bei einer Major Depression. Allerdings ist die Symptomatik weniger stark ausgepr\u00e4gt. Daf\u00fcr halten die Beschwerden l\u00e4nger an. Mediziner gehen von einer Dysthymie aus, wenn ein Patient \u00fcber zwei Jahre unter milden Symptomen leidet.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><b>Herbst-Winter-Depression (Winterblues)<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Die depressive Symptomatik tritt in den dunklen Jahreszeiten auf, wobei die Ursachen unklar sind. Es wird davon ausgegangen, dass die Entstehung mit den Lichtver\u00e4nderungen der unterschiedlichen Jahreszeiten zusammenh\u00e4ngt.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<h2><span style=\"font-weight: 400;\">Welche Symptome k\u00f6nnen auftreten?<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Zu Beginn der Erkrankung k\u00f6nnen die meisten Patienten ihre Beschwerden nicht einordnen und berichten ihrem Arzt von uncharakteristischen Symptomen wie:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Schlafst\u00f6rungen<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">M\u00fcdigkeit<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Stimmungsschwankungen \/ schlechte Laune<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Konzentrationsst\u00f6rungen<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Hoffnungslosigkeit<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Verzweiflung<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Apathie<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">innere Leere<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Antriebslosigkeit<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Lustlosigkeit<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Interessenlosigkeit<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Typisch f\u00fcr die Krankheit ist vor allem, dass sich die Betroffenen unf\u00e4hig f\u00fchlen, ihren Alltag zu meistern und sich zu allem zwingen m\u00fcssen \u2013 selbst zu angenehmen T\u00e4tigkeiten. Infolge dessen vernachl\u00e4ssigen sie ihre Familie, soziale Kontakte, den Beruf sowie allt\u00e4gliche Verrichtungen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das internationale Klassifikationssystem ICD-10 nennt als Hauptsymptome eine depressive Stimmung, Freudlosigkeit, Interessenverlust, erh\u00f6hte Erm\u00fcdbarkeit sowie Antriebsmangel. H\u00e4ufige Zusatzsymptome k\u00f6nnen Konzentrations-\/Aufmerksamkeitsst\u00f6rungen, Gef\u00fchle von Schuld und Wertlosigkeit, ein vermindertes Selbstwertgef\u00fchl\/Selbstvertrauen, negative Zukunftsvorstellungen, Schlafst\u00f6rungen und Appetitmangel sowie Selbstt\u00f6tungsgedanken\/-handlungen sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Depressive Patienten leiden mindestens unter zwei Symptomen aus beiden Gruppen, wobei die Auspr\u00e4gung schwanken kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen auch k\u00f6rperliche Beschwerden die Erkrankung begleiten, wie beispielsweise ein Druckgef\u00fchl auf der Brust, Atembeschwerden oder unspezifische Schmerzen.<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"font-weight: 400;\">Therapie von depressiven St\u00f6rungen<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Bei der Behandlung depressiver Erkrankungen steht die psychotherapeutische Behandlung im Vordergrund. Ein h\u00e4ufig genutztes psychotherapeutisches Verfahren ist die kognitive Verhaltenstherapie, in der die Betroffenen \u00fcber die Krankheit ausf\u00fchrlich aufgekl\u00e4rt werden und entsprechende Bew\u00e4ltigungsstrategien erlernen. Auch therapeutische Ma\u00dfnahmen wie eine Bewegungs- oder Ergotherapie k\u00f6nnen zur Linderung depressiver Symptome beitragen.<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"font-weight: 400;\">Therapie mit Medikamenten<\/span><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Je nach Schwere der psychischen Erkrankung ist eine medikament\u00f6se Therapie angezeigt. Erstes Mittel der Wahl sind Antidepressiva, die eine stimmungsaufhellende, angstl\u00f6sende und beruhigende Wirkung haben sollen. Unterschieden wird zwischen den folgenden Antidepressiva:<\/span><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Wirkungsort<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Indikationen<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Trizyklische Antidepressiva (TZA)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Wirkung am serotonergen und noradrenergen System. Wirkstoffe greifen in mehrere Neurotransmittersysteme gleichzeitig ein.<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Depressionsbehandlung, Zwangsst\u00f6rungen, Angst- und Panikst\u00f6rungen<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Tetrazyklische Antidepressiva<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Weiterentwicklung der TZA, wirken st\u00e4rker auf den Noradrenalin-Stoffwechsel.<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Depressionsbehandlung, Zwangsst\u00f6rungen, Angst- und Panikst\u00f6rungen<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Blockierung der Serotonintransporter, um dadurch die Serotonin-Konzentration zu erh\u00f6hen.<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Depressionsbehandlung, Zwangsst\u00f6rungen, Angst- und Panikst\u00f6rungen<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (NARI)<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Wirkung am Noradrenalin-Transporter im Gehirn, Hemmung der Wiederaufnahme des Neurotransmitters.<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Schwere Depression<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI oder SNRI)<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Wirkung im zentralen Nervensystem durch das Eingreifen in den Serotonin- und Noradrenalin-Stoffwechsel.<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Angst- und Panikst\u00f6rungen<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer)<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Blockierung der Monoaminooxidase (Enzyme, die Serotonin, Noradrenalin und Monoamine aufspalten).<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Schwere Depression<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"font-weight: 400;\">Nebenwirkungen von Antidepressiva<\/span><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Antidepressiva k\u00f6nnen unerw\u00fcnschte Nebenwirkungen haben. Besonders h\u00e4ufig treten folgende Nebenwirkungen auf:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Mundtrockenheit<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">starkes Schwitzen\/Nachtschwei\u00df<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Appetitmangel<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Gewichtszunahme<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Schwindel<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">M\u00fcdigkeit\/Schlafst\u00f6rungen<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Magen-Darm-Beschwerden<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">sexuelle Funktionsst\u00f6rungen<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<h3><span style=\"font-weight: 400;\">Therapie mit Antidepressiva: Wie wirksam sind die Medikamente?<\/span><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Wirkung von Antidepressiva wurde in vielen Studien untersucht und sind auch heute noch Gegenstand von aktuellen Untersuchungen. Zwar zeigten einige Studien die positive Wirkung von Antidepressiva, andere belegen hingegen eine unzureichende Wirkung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In diesem Zusammenhang ist besonders die Meta-Analyse des britischen Wissenschaftlers Irving Kirsch interessant (3). Im Ergebnis hei\u00dft es, dass die untersuchten SSRIs bei leichten Depressionen nicht besser wirkten als ein Placebo. Auch bei schweren Depressionen zeigt sich nur ein geringer Effekt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Forscher aus D\u00e4nemark kamen nach der Auswertung von 522 Einzelstudien zur Wirksamkeit von Antidepressiva zu dem Ergebnis, dass diese deutlich besser wirkten als Placebos (4). Eine Neubewertung der gleichen Daten erbrachte wiederum ein gegenteiliges Ergebnis (5).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Aufgrund der widerspr\u00fcchlichen Datenlage aus klinischen Studien ist es bisher nicht m\u00f6glich, eine klare Aussage zur Wirksamkeit von Antidepressiva zu treffen.<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"font-weight: 400;\">Medizinisches Cannabis als alternative Behandlungsoption<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Da die Wirksamkeit von Antidepressiva umstritten ist und viele depressive Patienten unter den Nebenwirkungen der Medikamente leiden, sind neue medikament\u00f6se Behandlungsoptionen notwendig.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das Endocannabinoid-System ist mit dem Serotoninsystem verkn\u00fcpft. So legen verschiedene Studien nahe, dass ein Mangel an Endocannabinoiden f\u00fcr die Entstehung von depressiven Episoden mitverantwortlich sein k\u00f6nnte. Es w\u00e4re demnach theoretisch m\u00f6glich, diesen Mangel mit der Gabe von Cannabinoiden auszugleichen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Zusammenh\u00e4nge zwischen Cannabis und einer Depression sind jedoch viel komplizierter und trotz zahlreicher Studien lassen sich hieraus noch keine eindeutigen Aussagen ziehen, ob der Einsatz von medizinischem Cannabis bei Depressionen indiziert ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Verschiedenen Studien zufolge ist insbesondere bei Menschen mit einem langj\u00e4hrigen Konsum von Cannabis f\u00fcr Freizeitzwecke eine Therapie mit medizinischem Cannabis bei einer depressiven Episode nicht angezeigt. In einer Studie wurden der chronische Cannabiskonsum und Depressionen mit Ver\u00e4nderungen an den 5-HT-Rezeptoren in Verbindung gebracht, sodass sich die depressive Symptomatik verschlechtern k\u00f6nnte (6).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Zur Wirksamkeit von Cannabis als Medizin ist eine Studie hervorzuheben, die an der Universidad de Cantabria durchgef\u00fchrt wurde. Hier untersuchten die Forscher das potenzielle Wirkungsspektrum der beiden wichtigsten Cannabinoide Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) auf eine depressive Symptomatik (7). Insbesondere das Cannabinoid CBD zeigte das Potenzial, ein wirksames Medikament zu sein, da das Cannabinoid an die 5-HT1A-Rezeptoren (Serotonin-Rezeptoren) bindet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Zu dem gleichen Ergebnis kamen auch Forscher der University of Rio de Janeiro in Brasilien (8). Sie analysierten zahlreiche Studien an Tiermodellen zur angstl\u00f6senden und antidepressiven Wirkung von CBD und f\u00fchrten aus, dass CBD eine positive Wirkung zeigte. Dabei f\u00fchrten die Forscher diese auf eine Nichtaktivierung der Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 sowie auf eine Wechselwirkung mit den 5-HT1A-Rezeptoren zur\u00fcck.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In niedriger Dosierung scheint auch das psychoaktive Cannabinoid THC eine antidepressive Wirkung entfalten zu k\u00f6nnen. So wurde in einer Studie festgestellt, dass niedrig dosiertes THC den Serotoninspiegel erh\u00f6hte. In einer h\u00f6heren Dosis jedoch reduzierte (9). Die Forscher f\u00fchrten dieses Ergebnis darauf zur\u00fcck, dass THC ein zweiphasiges Wirkungsmuster besitzt. So kann das Cannabinoid in niedrigen und hohen Dosen gegenteilig wirken.<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"font-weight: 400;\">Fazit<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr die Therapie von depressiven Episoden stehen zahlreiche verschiedene therapeutische Ma\u00dfnahmen und Medikamente zur Verf\u00fcgung, die bei dem Gro\u00dfteil der Betroffenen wirksam ist. An erster Stelle sollten hier stets psychotherapeutische Behandlungen stehen. In schweren F\u00e4llen kann eine zus\u00e4tzliche medikament\u00f6se Behandlung angezeigt sein. Sollten diese verf\u00fcgbaren klassischen Therapien nicht ausreichend sein, k\u00f6nnte Cannabis als Medizin eine Therapieoption darstellen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">(1) Jacobi F, Wittchen H-U, Holting C, H\u00f6fler M, Pfister H, M\u00fcller N, Lieb R.<\/span><a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/15099415\/\"> <span style=\"font-weight: 400;\">Prevalence, co-morbidity and correlates of mental disorders in the general population: results from the German Health Interview and Examination Survey (GHS)<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. Psychol Med. 2004 May;34(4):597-611. doi: 10.1017\/S0033291703001399. PMID: 15099415<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">(2) Dienes KA, Hazel NA, Hammen CL.<\/span><a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC4451064\/\"> <span style=\"font-weight: 400;\">Cortisol secretion in depressed, and at-risk adults<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Psychoneuroendocrinology<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">. 2013;38(6):927-940. doi:10.1016\/j.psyneuen.2012.09.019<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">(3) Kirsch I.<\/span><a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/20170046\/\"> <span style=\"font-weight: 400;\">Antidepressants and the placebo response<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. Epidemiol Psichiatr Soc. 2009 Oct-Dec;18(4):318-22. doi: 10.1017\/s1121189x00000282. PMID: 20170046<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">(4) Jakobsen, J.C., Katakam, K.K., Schou, A. <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">et al.<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> Selective serotonin reuptake inhibitors versus placebo in patients with major depressive disorder. A systematic review with meta-analysis and Trial Sequential Analysis. <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">BMC Psychiatry<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> 17,<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">58 (2017).<\/span><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1186\/s12888-016-1173-2\"> <span style=\"font-weight: 400;\">https:\/\/doi.org\/10.1186\/s12888-016-1173-2<\/span><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">(5) Munkholm K, Paludan-M\u00fcller AS, Boesen K,<\/span><a href=\"https:\/\/bmjopen.bmj.com\/content\/9\/6\/e024886\"> <span style=\"font-weight: 400;\">Considering the methodological limitations in the evidence base of antidepressants for depression: a reanalysis of a network meta-analysis<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, BMJ Open 2019;9:e024886. doi: 10.1136\/bmjopen-2018-024886<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">(6) Manrique-Garcia E, Zammit S, Dalman C, Hemmingsson T, Allebeck P.<\/span><a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC3480923\/\"> <span style=\"font-weight: 400;\">Cannabis use and depression: a longitudinal study of a national cohort of Swedish conscripts<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">BMC Psychiatry<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">. 2012;12:112. 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PMID: 26711860<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">(8) de Mello Schier AR, de Oliveira Ribeiro NP, Coutinho DS, Machado S, Arias-Carri\u00f3n O, Crippa JA, Zuardi AW, Nardi AE, Silva AC.<\/span><a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/24923339\/\"> <span style=\"font-weight: 400;\">Antidepressant-like and anxiolytic-like effects of cannabidiol: a chemical compound of Cannabis sativa<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. CNS Neurol Disord Drug Targets. 2014;13(6):953-60. doi: 10.2174\/1871527313666140612114838. PMID: 24923339<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">(9) McGill University. &#8222;Cannabis: Potent Anti-depressant In Low Doses, Worsens Depression At High Doses.&#8220; ScienceDaily. ScienceDaily, 24 October 2007.<\/span><a href=\"http:\/\/www.sciencedaily.com\/releases\/2007\/10\/071023183937.htm\"> <span style=\"font-weight: 400;\">www.sciencedaily.com\/releases\/2007\/10\/071023183937.htm<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut der Deutschen Depressionshilfe geh\u00f6ren Depressionen zu den h\u00e4ufigsten psychischen Erkrankungen. Mehr als f\u00fcnf Millionen erwachsene Deutsche zwischen 18 und 79 Jahren erkranken innerhalb eines Jahres an einer depressiven St\u00f6rung (1). 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