Den typischen Marihuana-Konsumenten assoziieren die meisten Menschen mit einem bestimmten Stereotyp mit einem relativ spezifischen äußeren Erscheinungsbild. Wenn man darauf achtet, fällt auf, dass der klassische „Stoner“ in aller Regel als extrem dünn porträtiert wird. Wie kommt das, wo doch allseits bekannt ist, dass Cannabiskonsum Appetit anregt und zu regelrechten Hungerattacken führt?

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Wie bei allen Stereotypen handelt es sich natürlich um eine übertriebene Form der Darstellung. Allerdings steckt in dem Vorurteil, dass Marihuana-Konsumenten dürr sind zumindest ein bisschen Wahrheit.

Im Durchschnitt haben Menschen, die regelmäßig Marihuana konsumieren, einen niedrigeren BMI sowie eine schmalere Taille als Nicht-Konsumenten und es könnte nur Zufall sein, aber die 6 gesündesten Staaten der USA haben alle eine Art von Marihuana-Reform.  Dies sind die Gründe:

Sowohl Cannabidiol (CBD) als auch ∆(9)-Tetrahydrocannabinol (THC), die beiden bekanntesten Bestandteile der Cannabispflanze, haben nachgewiesenermaßen einen direkten Effekt auf den Appetit. CBD und THC interagieren beide mit dem menschlichen Endocannabinoid-System, das in fast allen Teilen unseres Körpers zu finden ist und unter anderem Stoffwechsel, Nährstofftransport und Energieaufnahme reguliert. Diese Prozesse laufen über die CB1-Rezeptoren, die über weite Teile unseres Körpers verteilt sind.

THC bindet sich an die Zellrezeptoren im Hirn, die für die Freisetzung von Ghrelin, dem „Hungerhormon“, verantwortlich sind, wodurch Hunger und Appetit gesteigert werden.
Eine im Jahr 2015 [2] durchgeführte Studie an Diät-induzierten adipösen Ratten zeigte, dass THC zwar den Appetit der Ratten erhöhte, aber auch bei einer fettreichen Diät die weitere Gewichtszunahme stoppte. Dies ist auf die Verringerung der Energieaufnahme im Verdauungssystem zurückzuführen.

Daneben wurde festgestellt, dass CBD Appetit-hemmend wirkt, indem es dazu beiträgt, dass das Gefühl der Sättigung früher erreicht wird. Eine britische Studie, die sich mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, konnte beobachten, dass Ratten, denen Cannabidiol (CBD) verabreicht wurde, über den Untersuchungszeitraum der Studie deutlich weniger Nahrung zu sich nahmen, als Ratten denen das Cannabinoid Cannabinol gegeben wurde[3]. Die Wissenschaftler zogen daraus den Schluss, dass CBD die Nahrungsaufnahme reduzieren kann, was vor allem Menschen zu Gute kommen kann, die unter Adipositas leiden, wobei noch mehr Forschung angestellt werden muss, um das Potenzial von medizinischem Cannabis für die Behandlung dieser Krankheit weiter zu erkunden.

Jeder, der einmal versucht hat Gewicht abzubauen, weiß, dass Sport und Ernährung der einzig wahre Schlüssel zum Erfolg sind. Nur CBD-Öl zu sich zu nehmen würde daher mit Sicherheit längst nicht die gewünschte Wirkung erzielen. Nichtsdestotrotz deuten bereits existierende Forschungsergebnisse darauf hin, dass gewisse Cannabis-Sorten, und zwar solche mit einem hohen CBD-Gehalt (meist Sativa-Sorten) auch dabei helfen können, sich mehr zu fokussieren und aktiver zu werden. Da THC Essen auch schmackhafter machen kann, kann es Menschen darüber hinaus dabei helfen, sich auf eine neue Diät einzustellen.

[1] Lori A. Sansone, MD, R. (2017). Marijuana and Body Weight. [online] PubMed – NCBI.
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