Epilepsie wird durch eine Fehlfunktion im Gehirn verursacht. Durch diese Fehlfunktion werden Krämpfe über einen bestimmten Zeitraum verursacht. Diese Anfälle führen zu abnormalen und unkontrollierten Aktivitäten in den Neuronen, die das Verhalten oder die Aufmerksamkeit der Betroffenen steuern. Weil die Krankheit bei jedem Patienten unterschiedlich ausfallen kann, wurde Epilepsie in verschiedene Gruppen von Syndromen unterteilt. Eine davon ist das Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS). Durch die Unterteilung lassen sich die verschiedenen Syndrome besser behandeln.

LGS ist eine sehr schwerwiegende Art von Epilepsie, deren Ursachen noch nicht genau bekannt sind. Die Krankheit tritt meistens in der Kindheit im Alter zwischen 2 und 6 Jahren auf. Es gibt aber auch Fälle bei denen die Symptome früher oder später auftreten. LGS ist eine sehr seltene Erkrankung, die nur 4% der Epilepsie Patienten betrifft. Am häufigsten tritt sie hierbei bei Männern auf und in den meisten Fällen verschärft sich die Krankheit im Laufe der Zeit.

Symptome des Lennox-Gastaut-Syndroms und der Nutzen von Cannabidiol

Die Symptome des Lennox-Gastaut-Syndroms zeichnen sich durch wiederkehrende und unterschiedlich stark auftretende Anfälle aus. Weitere Folgen von LGS sind: die Verlangsamung der zerebralen elektrischen Aktivität, geistige Beeinträchtigungen, Gedächtnis- und Lernprobleme, motorische Störungen und starken Muskelkrämpfe.

Es ist häufig sehr schwierig Patienten, die am Lennox-Gastaut-Syndrom leiden, zu behandeln- Denn die meisten Medikamente erzielen nicht die gewünschte Wirkung. Häufig treten Resistenzen bei pharmakologischen Behandlungen mit Antikonvulsiva auf. Zudem können diese Medikamente unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen.

Da medizinisches Cannabis sich als wirksam bei der Behandlung von anderen Arten von Epilepsie erwiesen hat, sind mehrere Studien der Frage nachgegangen, ob auch das Lennox-Gastaut-Syndrom mit medizinischem Cannabis behandelt werden kann. Es gibt Dokumente aus dem achtzehnten Jahrhundert, die beschreiben, dass Cannabinoide zur Behandlung für Anfälle, die durch Epilepsie verursacht wurden, eingesetzt worden sind.

Das Cannabinoid, dass bisher für am meisten Aufsehen gesorgt hat, ist Cannabidiol (CBD). Dieses wirkt nicht psychoaktiv ist und kann als ein ungefährliches Molekül betrachtet werden. Zudem gibt es keine negativen Nebenwirkungen, wie es bei herkömmlichen Antikonvulsiva der Fall ist. Nachdem, was bisher in Studien herausgefunden wurde, ist das Endocannabinoidsystem von hoher Bedeutung bei der Regulierung der neuronalen Aktivität. Deshalb könnte die Fehlfunktion des Endocannabinoid-Systems eine große Rolle bei der Entwicklung von Epilepsie spielen. CBD hat eine Affinität zu den CB1- und CB2-Rezeptoren des Systems und kann daher, neben anderen Vorteilen, auch für diesen Bereich vorteilhaft sein. [1]

Es gibt weitere Studien, die sich stärker mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom beschäftigt haben, aber sich auch mit den Eigenschaften von Cannabidiol zur Behandlung befasst haben.  In den letzten Jahren gab es vermehrt Studien, welche unterstrichen haben, dass CBD zur Reduzierung der epileptischen Anfälle beitragen kann. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ergebnisse aus den Studien vielversprechend sind und darauf hindeuten, dass CBD ungefährlich ist und es, im Vergleich zu gewöhnlichen Antiepileptika, zur Behandlung von Patienten mit dieser Krankheit besser verträglich ist. [2]

Obwohl bis jetzt nur gesagt werden kann, dass CBD ein Cannabinoid ist, welches einige Eigenschaften besitzt, um das Lennox-Gastaut-Syndrom zu behandeln, wird angenommen, dass, mit anderen Cannabinoide der „Entourage-Effekt“ erreicht werden könnte. Beim Entourage-Effekt kann, durch die Kombination verschiedener Cannabinoide mit Terpenen eine optimierte Wirkung erzielt werden. Es wird davon ausgegangen, dass, wenn eine solche Synergie entsteht, stärkere und wirksame Antikonvulsiva verfügbar wären.[3] Allerdings gibt es noch nicht ausreichend Forschungen, um diese Vermutung bestätigen zu können.

[1] Schwarz, A., Mohammad, A. R., & Pagliazzi, S. EPILEPSY AND CANNABINOIDS.

[2] French, J., Thiele, E., Mazurkiewicz-Beldzinska, M., Benbadis, S., Marsh, E., Joshi, C., … & Sommerville, K. (2017). Cannabidiol (CBD) significantly reduces drop seizure frequency in Lennox-Gastaut syndrome (LGS): results of a multi-center, randomized, double-blind, placebo controlled trial (GWPCARE4)(S21. 001)Neurology, 88(16 Supplement), S21-001.

[3] Tzadok, M., Uliel-Siboni, S., Linder, I., Kramer, U., Epstein, O., Menascu, S.,