Ein Trauma kann auftreten, wenn sich eine Person in einer Situation mit körperlichen Schäden befindet und lebensbedrohliche Verletzungen erlitten hat. Es gibt viele Arten von Traumata, die von der Schwere der Verletzung und dem betroffenen Körperteil abhängen. Wenn das Ausmaß sehr schwer ist, kann ein Trauma zu Atemstillstand, Schock oder sogar zum Tod führen. Aufgrund dieser schwerwiegenden Folgen analysierte eine Gruppe von Forschern aus Arizona in den Vereinigten Staaten das Verhältnis zwischen dem Konsum von Cannabis und Trauma.

Insbesondere wurde die Mortalität von Patienten mit Trauma nach dem Eintritt in die Intensivstation untersucht[1]In den Vereinigten Staaten findet der Einsatz von Cannabis zur Behandlung von Trauma bei erwachsenen und jugendlichen Patienten immer häufiger Anwendung. Deshalb führten diese Wissenschaftler eine fünfjährige (2008-2012) Analyse von erwachsenen Patienten mit Trauma durch, die in den Arizona Trauma-Log eingetreten sind.

Cannabis und Trauma: Der Fall von Patienten auf der Intensivstation

Die Studie umfasste Patienten einer Intensivstation mit positiven Toxikologieergebnissen bezüglich Cannabis. Andere Patienten mit positivem Alkoholnachweis oder anderen Substanzen wurden dagegen von der Studie ausgeschlossen. Die Patienten wurden auf folgende Kriterien untersucht: Mortalität, Anzahl der Tage mit Beatmungsgerät und die Aufenthaltsdauer in der Intensivstation oder im Krankenhaus. Anschließend wurden die Ergebnisse der Patienten, die mit Cannabis behandelt wurden, mit denen, die mit anderen Methoden behandelt wurden, verglichen.

Die Ergebnisse zeigten, dass der Konsum von Cannabis mit einer Abnahme der Mortalitätsrate bei den erwachsenen Patienten mit Trauma verbunden war. Im Gegensatz zu anderen Studien, die sich eher mit den Wirkungen von Marihuana auf verschiedene Krankheiten befassten, war das Ziel dieser Studie die Beziehung zwischen dem Konsum von Cannabis und Trauma zu untersuchen, um schließlich die Auswirkung von Cannabis auf die Mortalität der Patienten mit Trauma zu schlussfolgern.

Zwar sind die Schlussfolgerungen der Studie sehr ermutigend, allerdings wurden in der Studie Faktoren wie die Herkunft des Cannabis oder die Art und Weise, wie es konsumiert wurde nicht berücksichtigt. Daher ist es notwendig, die Beziehung zwischen Cannabis und der Mortalität von Patienten mit Trauma weiter zu untersuchen.

 

[1] Singer, M et alt. (2017). How Does Marijuana Effect Outcomes After Trauma in ICU Patients? A Propensity Matched AnalysisJournal of trauma and acute care surgery