Das Restless-Legs-Syndrom, auch als Willis-Ekbom-Krankheit bekannt, ist eine sensorische und motorische Störung, die lästige Empfindungen in den Extremitäten, vor allem in den Beinen, verursachen kann. Damit diese Beschwerden gelindert werden können, ist es wichtig, dass sich die Patienten viel bewegen.  Dies kann bei den Betroffenen jedoch wiederum zu anderen Problemen, wie Schlafstörungen, führen.

Diese Pathologie ist weit verbreitet (Prävalenz von 4% bis 10%). Die Krankheit betrifft sowohl Männer als auch Frauen aller Altersgruppen, wobei sie häufiger bei Frauen und älteren Menschen auftritt. Allerdings können die Symptome, je nach Person, stark variieren, weshalb es sehr schwierig ist, die Krankheit zu diagnostizieren und eine wirksame Behandlung zu empfehlen[1].

Kann medizinisches Cannabis die Symptome des Restless-Legs-Syndrom lindern?

Da, wie oben erwähnt, die Symptome bei jedem Patienten unterschiedlich ausfallen können, ist es schwierig eine wirksame Therapie zu finden. Außerdem ist es nicht immer notwendig direkt Medikamente einzunehmen, wenn die Symptome nicht besonders ernst sind. Wie auch immer, die im Falle einer notwendigen pharmakologischen Behandlung, eingesetzten Medikamente wie Antiepileptika, Opioide und dopaminerge Agonisten, können alle sehr gesundheitsschädlich sein.

Klinische Studien über die Behandlung des Restless-Legs-Syndrom mit Cannabinoiden sind eher knapp. Bis vor kurzem waren die meisten Informationen lediglich durch die persönlichen Erfahrungen von Patienten bekannt. Laut dieser Erfahrungen ist Cannabis, in Form von Lebensmitteln, wie Keksen oder Kuchen, weniger effektiv, während das Inhalieren der Pflanze schnell und effektiv wirkt. Allerdings war die Symptomentlastung bei den Patienten nicht sehr beständig, da die Wirkung nach ein oder zwei Stunden wieder nachließ. Daher wird angenommen, dass Cannabis effektiver zur Behandlung derjenigen Symptome des Restless-Legs-Syndrom eingesetzt werden sollte, die den Schlaf stören[2].

Linderung des Restless-Legs-Syndrom

Trotz des Mangels an Studien, sind die bisher durchgeführten Studien vielversprechend. In einer kürzlich veröffentlichten Studie wurde herausgefunden, dass Cannabis die Symptome, der sechs teilnehmenden Patienten mit Willis-Ekbom, lindern konnte. Fünf dieser Patienten berichteten über ein vollständiges Verschwinden der Symptome nach der Cannabisbehandlung. Einer der Patienten konnte darüber hinaus sogar eine vollständige Heilung nach dem Gebrauch von Cannabidiol (CBD) verspüren. Zudem berichteten die Patienten nach dem Beginn der Cannabinoid-Behandlung, von deutlichen Verbesserungen bezüglich der Qualität ihres Schlafes[3].

Andere Studien deuten darauf hin, dass Cannabinoide, die in der Cannabispflanze gefunden werden können, mit den CB1- und CB2-Rezeptoren des Endocannabinoidsystems in Wechselwirkung treten, wodurch die Freisetzung von Dopamin reguliert wird. Dies spielt wiederum eine sehr wichtige Rolle bei der Kontrolle des Restless-Legs-Syndrom. Die Regulierung von Dopamin durch Cannabis, hat sich auch schon zur Behandlung für andere Symptome von Bewegungsstörungen wie Parkinson als wirksam erwiesen[4]. Deshalb ist es nicht weit hergeholt zu glauben, dass Cannabis auch Patienten mit dem Restless-Legs-Syndrom helfen könnte.

 

[1] Poza Aldea, J.J; Sansa Fayos, G; Pujol Sabaté, M; Puertas Cuesta, F.J; Iranzo de Riquer, A; García Borreguero, D. (2013). Síndrome de Piernas Inquietas o enfermedad de Willis-Ekbom. Grupo de estudio de la Sociedad Española de Neurología y la Sociedad Española del Sueño.

[2] Bainbridge, J.; Buchfuhrer, M. (2015). Medical Marijuana and WED/RLS. Nightwalkers, Winter 2015, p.8.

[3] Megelin, T., & Ghorayeb, I. (2017). Cannabis for restless legs syndrome: A report of six patientsSleep Medicine, 36, p.182-183.

[4] de Fonseca, F. R., Gorriti, M. A., Bilbao, A., Escuredo, L., García-segura, L. M., Piomelli, D., & Navarro, M. (2001). Role of the endogenous cannabinoid system as a modulator of dopamine transmission: implications for Parkinson’s disease and schizophrenia. Neurotoxicity research, 3(1), 23