Einige Studien haben die positiven Auswirkungen, bei der Behandlung von Fibromyalgie mit medizinischem Cannabis erfasst. Es gibt nicht viele Behandlungsmöglichkeiten für Fibromyalgie und jene die es gibt, führen zu keiner permanenten Heilung, da die Gründe der Krankheit noch unbekannt sind. Aber für die, die eine alternative und natürliche Behandlungsoption bevorzugen, sollten die Cannabinoidbehandlung versuchen mit Cannabisöl.

Was ist Fibromyalgie?

Fibromyalgie ist eines der häufigsten chronischen Schmerzsyndrome und zeichnet sich durch Schmerzen des Bewegungsapparates aus.  Sie kann jedoch neben den körperlichen Schmerzen auch schwere Nebenwirkungen wie extreme Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, sowie Schlafstörungen hervorrufen.  Die Ursache ist allerdings noch unklar.

Menschen, bei denen eine Fibromyalgie diagnostiziert wird, können erhebliche Einwirkungen auf ihre physische oder psychische Verfassung haben. Sie kann Menschen daran hindern, grundlegende Aufgaben zu Hause oder am Arbeitsplatz zu erledigen, was zu psychologischen Folgen wie Angst und Depressionen führen kann. Die Hauptbehandlung hierfür sind Schmerzmedikamente wie Analgetika, Pregabalin und Opiate.

Was die psychologischen Auswirkungen betrifft, so können den Patienten auch trizyklische Antidepressiva, Benzodiazepine oder andere Varianten von Antidepressiva verschrieben werden. Dies ist jedoch oftmals keine optimale Option, da sie mit unerwünschten Wirkungen wie Abhängigkeit verbunden sein kann. Darüber hinaus hilft es möglicherweise nicht einmal gegen die Schmerzen auf lange Sicht.

Wer kann von Fibromyalgie betroffen sein?

Fibromyalgie kann bis zu 7 % der Bevölkerung betreffen, wobei die Fibromyalgie bei Frauen wesentlich häufiger vorkommt als bei Männern.  Sie betrifft ungefähr bis zu 4 Millionen Amerikaner ab 18 Jahren und älter.  Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt jedoch zwischen 35 und 45 Jahren.

Obwohl die Fibromyalgie bei Frauen häufiger auftreten kann, ist sie auch bei Menschen mit anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen weit verbreitet.  Zum Beispiel bei Menschen, die an Fettleibigkeit leiden, Rauchern, bei Menschen, die an anderen rheumatischen Erkrankungen wie Arthritis leiden, oder bei Menschen, die ein Trauma des Gehirns oder Rückenmarks haben oder hatten. Dazu können körperliche Traumata gehören, die durch eine Verletzung, wiederholte Verletzungen oder einen Unfall entstanden sind.  Auch ein emotionales Trauma wie eine posttraumatische Belastungsstörung kann zu Fibromyalgie führen.

Außerdem sind Forscher der Meinung, dass ein oder mehrere Gene abnormale Schmerzen verursachen können, so dass es erblich sein kann, wenn ein naher Verwandter ebenfalls an den gleichen Symptomen leidet.[1]

Kann medizinisches Cannabis bei der Behandlung von Fibromyalgie helfen?

Im Laufe der Jahre gab es verschiedene Untersuchungen über die Auswirkungen von medizinischem Cannabis bei Fibromyalgie. Es gibt jedoch keine konkreten wissenschaftlichen Beweise dafür, wie Cannabinoide im Endocannabinoid-System bei der Behandlung von Fibromyalgie wirken können.  Ungeachtet dessen ist das wenige Beweismaterial, dass gefunden werden kann, vielversprechend.

In einer Studie war das Hauptergebnis, dass die medizinische Cannabisbehandlung in jedem im Selbstbefragungsbogen zur Lebensqualität bewerteten Aspekt mit signifikant günstigen Ergebnissen verbunden war. In einigen Fällen waren die Wirkungen so signifikant, dass die Patienten die Dosis oder die Art der Medikamente, die sie vor der medizinischen Cannabisbehandlung eingenommen hatten, reduziert hatten, wodurch die sekundären Nebenwirkungen der Polypharmazie verringert wurden.

Die positiven Reaktionen der Patienten überraschten sogar die Ärzte, da sie solche Reaktionen in der täglichen Praxis und in der bestehenden Medizin nur sehr selten erlebt haben. Alle Patienten berichteten über ein positives Ergebnis bezüglich Schmerzen und Energielevel.

Weitere Aspekte, die ebenfalls festgestellt wurden, jedoch weniger häufig, waren die Verbesserung von Gedächtnisproblemen und Schwierigkeiten im Zusammenhang mit täglichen Haushaltsaktivitäten oder Einkäufen. Die Patienten stellten auch einen Mangel an ernsthaften unerwünschten Nebenwirkungen fest. Zu den häufigsten gehörten Mundtrockenheit, Augenrötung und erhöhter Appetit.[2]

In einer anderen Studie wurde gezeigt, dass medizinisches Cannabis eine wirksame und sichere Option für die Behandlung der Symptome von Fibromyalgie-Patienten ist, wie z.B. eine signifikante Verbesserung der Schmerzintensität und eine allgemeine Verbesserung der Lebensqualität während der 6 Monate der medikamentösen Cannabistherapie.

Darüber hinaus gab es relativ geringe unerwünschte Nebenwirkungen bei einer kleinen Anzahl von Patienten, die den Konsum nach sechs Monaten einstellten. Die Patienten in dieser Studie berichteten häufig, dass medizinisches Cannabis im Vergleich zu anderen Therapien besser verträglich ist und weniger unerwünschte Wirkungen aufweist. Die Forscher fanden heraus, dass der medizinische Cannabiskonsum bei Fibromyalgie-Patienten sicher ist. Bei der sechsmonatigen Nachbeobachtung gab es eine relativ niedrige Rate geringfügiger unerwünschter Ereignisse, und nur 7,6% stellten den Konsum von medizinischem Cannabis ein.

Die Auswirkungen von Cannabiskonsum

In Übereinstimmung mit der Literatur stellten die Forscher fest, dass Schwindel, Mundtrockenheit, Hyperaktivität, Schläfrigkeit und Magen-Darm-Symptome alles mögliche Nebenwirkungen des Cannabiskonsums sind. Nach sechs Monaten stellte jedoch ein beträchtlicher Teil der Patienten die Einnahme anderer medizinischer Therapien ein oder senkte die Dosis. Beispielsweise reduzierten 22,2% der Opioidkonsumenten die Einnahme dieser Medikamente oder stellten sie nach sechs Monaten wieder ein. Dies ist angesichts der Opioidkrise ein bedeutendes Ergebnis, da es das Risiko einer Abhängigkeit und eine geringere Rate schwerwiegender unerwünschter Wirkungen verringert.[3]

Was synthetisches-medizinisches Cannabis betrifft, so war Nabilon, ein synthetisches Cannabinoid, in einer Kurzzeitstudie, die zwei Wochen dauerte, dem Antidepressivum Amitriptylin bei der Verringerung von Schlafstörungen überlegen, unterschied sich aber nicht von Amitriptylin in Bezug auf Schmerzlinderung, Einschränkung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität oder Stimmungsprobleme bei Fibromyalgie-Patienten. In einer weiteren Kurzzeitstudie über 4 Wochen unterstützten die Autoren die Wirkung von Nabilon gegenüber einem Placebo bei der Verringerung von Schmerzen und Lebensqualität, nicht aber bei Müdigkeit und Depression.[4]

In einer Beobachtungsstudie schließlich konsumierten 28 Fibromyalgie-Patienten Cannabis gegenüber 28 Patienten, die kein Cannabis konsumierten. Innerhalb von zwei Stunden nach der Cannabis-Selbstverabreichung berichteten die Cannabiskonsumenten über eine Verringerung der Schmerzen und der Steifheit sowie über eine verstärkte Entspannung, begleitet von größerer Schläfrigkeit und einem stärkeren Gefühl des Wohlbefindens.

Vorteile von Cannabisöl für Fibromyalgie

In 2014 entdeckten Forscher der Universität Sevilla, dass Hanf Samen der Cannabis Pflanze sehr wirksam für den ganzen Köper sein können. Die chemische Zusammensetzung hat einen verblüffenden Effekt, welche die Symptome von Fibromyalgie lindern kann.

Cannabisöl hat ungesättigte Omega-3 und Omega-6 Fette. Außerdem hat es mehrere potenzielle bioaktive Komponente, Phenolische Verbindungen, Sterine, alkoholische Fette, und viele weitere. Außerdem beinhaltet das Öl keine abhängig machenden Komponenten.

Um die Vorteile von dem Cannabis Sativa L Öl zu testen, erstellten die Forscher in Sevilla eine Studie mit Mäusen. Nach der Verabreichung von Cannabisöl entdeckten die Forscher, dass sich kognitive Fähigkeiten wieder verbesserten, den Schmerz verringerten und die Muskelstrukturen normalisierten bei Mäusen, die kein Fibromyalgie haben.

Die positiven Entdeckungen von medizinischem Cannabis für Fibromyalgia haben dazu geführt, dass die Universität von Sevilla die Benutzung von Cannabisöl für die Prävention und Behandlung von Fibromyalgie patentiert hat. Das Patent ist von großem Interesse, da deren Komposition genutzt werden könnte für Patienten mit Fibromyalgia durch Tabletten, oder anderen Optionen, wie Supplements, oder durch die direkte Einführung ins Essen.

Fazit

Cannabis kann eine vielversprechende Behandlung für Fibromyalgie-Patienten sein. Was die Wirkungen von Cannabis betrifft, so zeigt die wissenschaftliche Forschung, dass es ein Potenzial zur Verbesserung der Symptome von Fibromyalgie gibt.  Die Vorurteile und Missverständnisse helfen jedoch nicht weiter.

Angesichts der derzeit unzureichenden Evidenz fällt es den Ärzten schwer, ein Cannabinoidpräparat für Rheumapatienten zu empfehlen. Daher werden Cannabis und Medikamente auf Cannabisbasis von den Angehörigen der Gesundheitsberufe noch nicht verschrieben, da es in der Berufsvereinigung nach wie vor widersprüchliche Positionen gibt.[1]

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es eindeutige Beweise und Forschungsergebnisse gibt, die den Nutzen von medizinischem Cannabis bei verschiedenen Pathologien zeigen, und bei Fibromyalgie ist dies nicht anders. Die Beweise, die uns heute über die Auswirkungen der Verwendung von medizinischem Cannabis bei Fibromyalgie vorliegen, sind jedoch immer noch spärlich und reichen nicht aus, um die verbesserte Lebensfähigkeit bei Fibromyalgie-Patienten zu beweisen. Wie dem auch sei, was wir bisher wissen, ist, dass Cannabis Bestandteile enthält, die die Symptome der Fibromyalgie lindern können, weshalb mehr Forschung auf diesem Gebiet der Behandlung durchgeführt und gewidmet werden muss.

[1] Walitt, B., Nahin, R. L., et alt (2015). The Prevalence and Characteristics of Fibromyalgia in the 2012 National Health Interview Survey. PLOS ONE, 10(9), e0138024.

[2] Habib, G., & Artul, S. (2018). Medical Cannabis for the Treatment of Fibromyalgia. JCR: Journal of Clinical Rheumatology, 24(5), 255–258.

[3] Sagy, Bar-Lev Schleider, et alt. (2019). Safety and Efficacy of Medical Cannabis in Fibromyalgia. Journal of Clinical Medicine, 8(6), 807.

[4] Fitzcharles, MA., et alt (2016). Efficacy, tolerability and safety of cannabinoids in chronic pain associated with rheumatic diseases (fibromyalgia syndrome, back pain, osteoarthritis, rheumatoid arthritis). Der Schmerz, 30(1), 47–61.

[5] Sarzi-Puttini, P., Ablin, J., et alt. (2019). Cannabinoids in the treatment of rheumatic diseases: Pros and cons. Autoimmunity Reviews, 102409.