Malaria (Sumpffieber) ist mit über 200 Millionen Erkrankten die weltweit häufigste Infektionskrankheit, die von Parasiten hervorgerufen wird. Es existieren mehrere Malaria-Erreger, die in unterschiedlichen Gebieten verbreitet sind. Dabei unterscheidet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) folgende Gebiete:

  • Gebiete ohne ein Malariarisiko: Europa, Australien, Nordamerika, Sri Lanka
  • Gebiete mit einem niedrigen Malariarisiko: Thailand, Kap Verde, Costa Rica und bestimmte Regionen in Mexiko
  • Gebiete mit einem hohem Malariarisiko: Indien, Indonesien und die tropisch-subtropischen Gebiete in Afrika südlich der Sahara

Bisher existiert kein Impfstoff gegen Malaria. Umso wichtiger ist es, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Das bedeutet vor allem, einen mückensicheren Schlafplatz zu nutzen. Spezielle Mückenschutzmittel und das Tragen von langen Ärmeln und Hosen kann ebenfalls vor Mückenstichen schützen.

In einigen Fällen ist auch mit Medikamenten (Chemoprophylaxe oder auch Chemosuppression) eine Malaria-Vorbeugung möglich. Vor Reiseantritt sollte in jedem Fall frühzeitig mit dem Hausarzt über die richtige Malariaprophylaxe gesprochen werden.

Weitere Informationen zu den einzelnen Ländern und das Malariarisiko sowie zur Malariaprophylaxe gibt es auf der Webseite des Tropeninstitutes.

Welche Malaria-Erreger gibt es?

Der Erreger wird am häufigsten durch den Stich einer Mücke übertragen. Dabei ist die Mücke selbst nicht der Erreger, sondern ein winziger einzelliger Parasit namens Plasmodium, von dem rund 200 unterschiedliche Arten existieren und die beim Menschen Krankheiten hervorrufen können. Hierzu gehören vor allem:

  • Plasmodium falciparum ist der Auslöser der gefährlichsten Malariaform Tropica. Diese ist in den meisten Malariagebieten verbreitet, wie zum Beispiel in Afrika und in Südostasien.
  • Plasmodium vivax/Plasmodium ovale lösen die Malariaform Tertiana P. vivax/ovale aus, die am häufigsten auf dem amerikanischen Kontinent und in Westafrika vorkommen.
  • Plasmodium malariae ist der Auslöser der Form Malaria Quartana und ist in tropischen Gebieten weltweit verbreitet.
  • Plasmodium knowlesi kommt lediglich in Südostasien vor und betrifft nur selten Menschen. Die Affenart Makake sind wesentlich häufiger betroffen.

Symptome der Malaria-Krankheit

Die Erkrankung geht mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen einher. Ebenso können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindel auftreten. Je nach Malariaform unterscheidet sich jedoch das Beschwerdebild.

Die gefährlichste Form ist die Malaria tropica, bei der der Organismus erheblich geschwächt wird. Dementsprechend sind die Symptome auch stärker ausgeprägt. Neben Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall und Erbrechen, Fieberschüben oder kontinuierlichem Fieber entwickeln einige Betroffene einen trockenen Husten und leiden unter Atemwegsbeschwerden. Da der Erreger rote Blutkörperchen befällt, entsteht eine Blutarmut.

Darüber hinaus kann es im weiteren Krankheitsverlauf zu Komplikationen kommen:

  • Splenomegalie (vergrößerte Milz) und Milzriss
  • Hepatomegalie (vergrößerte Leber) und Gelbsucht
  • Krampfanfälle, Lähmungen, Bewusstseinsstörungen, Koma (zerebrale Malaria)
  • Lungenödeme
  • Herzmuskelschäden
  • akutes Nierenversagen

Bei der Malaria tertiana und Malaria quartana sind die Symptome in der Regel deutlich schwächer ausgeprägt. Betroffene leiden hier vor allem unter Fieberschüben, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und einem allgemeinen Krankheitsgefühl.

Inkubationszeit: Wie lange dauert es, bis Symptome auftreten?

Zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Beschwerden vergeht einige Zeit. Dabei hängt die Dauer der Inkubationszeit vom Erregertyp ab:

  • Malaria tropica: 1 bis 15 Tage
  • Malaria tertiana: 12 bis 18 Tage
  • Malaria quartana: 18 bis 40 Tage
  • Malaria knowlesi: 10 bis 12 Tage

Malaria: Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Erkrankung hängt vor allem von der Malariaform, dem Schweregrade und eventuellen Begleiterkrankungen ab. Zum Einsatz kommen abhängig vom Erreger verschiedene antiparasitäre Wirkstoffe. Da viele Erreger jedoch mit der Zeit resistent gegen bestimmte Wirkstoffe, wie zum Beispiel Chloroquin, geworden sind, erhalten Patienten manchmal verschiedene Wirkstoffe (Kombinationspräparate).

Interessante Studien zu Cannabinoiden und Malaria

Die zerebrale Malaria (Neuromalaria), die durch den Erreger Plasmodium falciparum ausgelöst wird und eine schwere Komplikation der Malaria Tropcia sein kann, führt in vielen Fällen zu irreversiblen neurologischen und verhaltensbedingten Defiziten. Aus unterschiedlichen Studien ist bekannt, dass Cannabidiol (CBD) neuroprotektive (zellschützende) Eigenschaften haben kann.

Forscher der Federal University of Minas Gerais in Brasilien untersuchten im Jahr 2015 in einem Mausmodell mit zerebraler Malaria die Auswirkungen von CBD (1). Nachdem die infizierten Mäuse drei oder sieben Tage lang mit CBD (30 Milligramm/Kilogramm/Tag) behandelt wurden, erhielten sie am fünften Tag, dem Höhepunkt der Erkrankung, das Malariamedikament Artesunate. Die Tiere wurden während des gesamten Zeitraums immer wieder auf Gedächtnisstörungen und ängstliche Verhaltensweisen getestet.

Im Ergebnis heißt es, dass CBD bei den infizierten Mäusen eine neuroprotektive (zellschützende) Wirkung zeigte, bzw. traten unter der alleinigen CBD-Gabe weniger Gedächtnisstörungen und ängstliche Verhaltensweisen auf. Hieraus schlossen die Forscher, dass CBD bei Malaria womöglich zur Verhinderung neurologischer Symptome nützlich sein könnte. Weitere Untersuchungen, insbesondere klinische Studien seien notwendig.

Interessant ist außerdem eine Studie aus dem Jahr 2018, die an der University of Ilorin in Nigeria durchgeführt wurde (2). Hierin erklären die Forscher, dass das Auftauchen eines multiresistenten Stammes von Plasmodium falciparum besorgniserregend sei.

Weiter heißt es, dass die Rolle natürlicher Pflanzen wie Cannabis bei der Eindämmung von Malaria ungewiss sei. So sei die Wirkung von Cannabis weder gut belegt noch die Konsequenzen definiert worden. Deshalb konzipierten sie die Studie so, um die Auswirkungen des Cannabiskonsums auf den Malaria-infizierten Wirt zu bewerten.

Nachdem 30 Mäuse mit dem chloroquinresistenten Plasmodium berghei infiziert wurden, erfolgte eine Aufteilung in sechs Behandlungsgruppen. (Bei Plasmodium berghei handelt es sich um einen Protozoenparasit, der bei einigen Nagetieren Malaria verursacht.)

Die Tiere wurden zwei Wochen lang mit einer speziellen Nahrung aus getrocknetem Cannabis gefüttert und die Chemosuppression der Parasitämie gemessen.

Es zeigte sich ein signifikanter Unterschied in der Chemosuppression am vierten Tag bei den Tieren, die mit Cannabis und Chloroquin gefüttert wurden im Vergleich zu den unbehandelten Kontrollen. Ebenso gab es einen deutlichen Unterschied in der Überlebensrate (40, 20, 10 und 1 Prozent) der Tiere, die Cannabis erhielten im Gegensatz zur Kontrollgruppe.

Cannabis zeigte in vivo eine milde Antimalaria-Aktivität. So konnten die Forscher einen deutlichen Rückgang der symptomatischen Manifestation der Malariaerkrankung feststellen, der jedoch nicht mit dem Grad der Parasitämie zusammenhing. Auch hier ist eine weitere Erforschung der Wirkung von Cannabis und seinen Cannabinoiden erforderlich, um etwaige Therapieansätze ableiten zu können.

[1] Campos AC, Brant F, Miranda AS, Machado FS, Teixeira AL. Cannabidiol increases survival and promotes rescue of cognitive function in a murine model of cerebral malaria. Neuroscience. 2015;289:166-180. doi:10.1016/j.neuroscience.2014.12.051

[2] Akinola O, Ogbeche EO, Olumoh-Abdul HA, et al. Oral Ingestion of Cannabis sativa: Risks, Benefits, and Effects on Malaria-Infected Hosts. Cannabis Cannabinoid Res. 2018;3(1):219-227. Published 2018 Nov 26. doi:10.1089/can.2018.0043