Weltweit legalisieren immer mehr Länder medizinisches Cannabis und es gibt immer mehr Patienten, die ihre Krankheiten mit medizinischem Cannabis behandeln lassen. Eine Frage, die im Zuge dessen immer häufiger diskutiert wird, ist, ob es für Cannabis-Patienten, nach der Einnahme von medizinischem Cannabis, erlaubt sein sollte weiterhin ein Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr zu führen.

In Deutschland beispielsweise, wo Cannabis für medizinische Zwecke seit Frühjahr 2017 legalisiert ist, dürfen Cannabis-Patienten laut Bundesregierung nur am Straßenverkehr teilnehmen, solange ihre Fahrtüchtigkeit durch die Medikation nicht beeinträchtigt wird. Problematisch ist allerdings, dass es keinen Cannabisgrenzwert für die Fahrtüchtigkeit gibt. Cannabis-Patienten müssen daher selber oder im Zweifel mit Hilfe eines Arztes entscheiden, ob sie dazu in der Lage sind zu fahren oder nicht. Schätzen Cannabis-Patienten sich nicht richtig ein und es kommt zu einem Unfall, kann es kompliziert werden, denn wer Medikamente nimmt, welche die Fahrtüchtigkeit beeinflussen, macht sich unter Umständen strafbar. In diesem Artikel soll deshalb nun diskutiert werden, wann Cannabis-Patienten, dass Auto lieber Zuhause stehen lassen sollten und welche Argumente dafürsprechen, dass sie weiterhin eine Fahrerlaubnis besitzen sollten.

Ein Argument, dass häufig von Befürwortern hervorgehoben wird, ist, dass das medizinische Cannabis einigen Patienten das Fahren von Fahrzeugen erst wieder ermöglicht. Zum Beispiel können starke Kopfschmerzen die Konzentrationsfähigkeit der Patienten beeinträchtigen, wodurch wiederum die Fahrtüchtigkeit negativ beeinflusst werden kann. Durch die Einnahme von medizinischem Cannabis, könnten die Kopfschmerzen allerdings gelindert werden und somit auch die Fahrtüchtigkeit der Patienten wieder verbessert werden.

Des Weiteren bestätigen Beobachtungen aus Kanada, wo Cannabis für medizinische Zwecke schon seit 2001 legal ist, dass sich Cannabispatienten in der Regel sehr verantwortungsbewusst verhalten. So ist seit der Einführung des Gesetzes, kein Anstieg in der Statistik an Autounfällen zu verzeichnen.

Wie auch immer, häufig nutzen Cannabis-Patienten auch lediglich nur CBD zur Behandlung ihrer Beschwerden. CBD wirkt kaum psychoaktiv und es gibt sogar Studien darüber, dass CBD die Konzentrationsfähigkeit fördern kann. Deshalb sollte von Patienten, die nur CBD verwenden, keine große Gefahr für den Straßenverkehr ausgehen.

Anders verhält es sich mit THC, welches psychoaktiv wirkt. Zwar gewöhnt sich der Körper an das THC nach einiger Zeit, wenn es ihm kontinuierlich, in gleicher Menge, zugeführt wird. Die Patienten, für die das THC allerdings noch ungewohnt ist, können einen Rausch erleben, wenn sie plötzlich THC aufnehmen. Dies kann vor allem bei Behandlungsbeginn oder Dosierungsänderung auftreten, da die Menge an THC für Patienten zu diesen Zeitpunkten in der Regel ungewohnt sind. Die Fähigkeit des Fahrens wird bei Patienten in diesem Status stark beeinträchtigt und sie sollten davon absehen ein Auto zu benutzen. Aus selbigen Grund kann es auch kritisch sein, wenn Cannabisblüten in Reinform zur Behandlung verdampft werden, da die Dosis aufgrund der ungleichen Verteilung von Gehalten unterschiedlich stark ausfallen kann.

Wie bereits am Anfang des Artikels erwähnt stellt die schwierige Messbarkeit hinsichtlich der Beeinträchtigung von THC bei Cannabis-Patienten ein weiteres Problem dar. So kritisiert z.B. der TÜV SÜD aus Deutschland: „Die Frage, ab wann eine verkehrssicherheitsrelevante Beeinträchtigung durch medizinisches THC besteht, ist aufgrund der individuellen Reaktion auf den Stoff schwierig pauschal zu beantworten.“ Auch aus dem THC-Gehalt im Blut lassen sich keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Beeinflussung des Patienten ziehen. Denn die im Blut festgestellte THC-Konzentration entspricht nur zu einem geringen Maße der wirklichen Beeinflussung und es kann nicht gesagt werden, wieviel THC vom Fahrer tatsächlich konsumiert wurde.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Cannabis jeden Patienten unterschiedlich beeinflussen kann. Cannabis-Patienten sollten deshalb nur fahren, wenn sie sich nicht beeinträchtigt oder berauscht fühlen. Zudem sollte von einer Autofahrt abgesehen werden, wenn der Arzt davon abrät. Betroffene sollten also äußerste Vorsicht walten lassen und das Auto im Zweifelsfall lieber nicht benutzen. Andernfalls gefährdet der Patient nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das der anderen Verkehrsteilnehmer.

Hat dir dieser Beitrag gefallen? Mache eine Bewertung
Noch keine Stimmen.
Bitte warten...
Summary
Cannabis-Patienten und die Frage nach der Fahrerlaubnis
Article
Cannabis-Patienten und die Frage nach der Fahrerlaubnis
Description
In diesem Artikel soll diskutiert werden, ob Cannabis-Patienten unter Medikation weiterhin ein Fahrzeug im Straßenverkehr führen sollten.
Author
Publisher Name
Kalapa Clinic
Publisher Logo