Die wissenschaftlichen Hinweise, dass Cannabis bei der Bekämpfung von Krebserkrankungen hilfreich sein kann, häufen sich. Aufgrund dessen nimmt auch das öffentliche Interesse an diesem Thema immer mehr zu. Im Rahmen der neuen Erkenntnisse erschien vor wenigen Tagen im Auftrag vom ZDF und 3Sat eine Reportage, die einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zum Einsatz von Cannabis in der Krebsbehandlung verschafft. [1] In Anlehnung an die Sendung und unter Rücksichtnahme weiteren ergänzenden Informationen sind in diesem Artikel die wichtigsten Informationen zum aktuellen Stand der Krebs- und Cannabisforschung zusammengefasst.

Cannabis hilft Krebspatienten bei der Linderung der Symptome ihrer Chemotherapie

In der Reportage berichtet die an einem inoperablen Hirntumor leidende Patientin Renate davon, dass sie Cannabis zur Bekämpfung der Nebenwirkungen ihrer Chemotherapie nutzt. Renate recherchierte auf eigene Faust im Internet, wobei sie auf die therapeutischen Eigenschaften des Cannabis aufmerksam wurde. Sofort wendete sie sich an mehrere Ärzte, jedoch bekam sie von den Meisten eine Abfuhr, da diese „nichts mit Cannabis zu tun haben wollten“. Trotzdem ließ sie nicht nach und schließlich wurde ihre Hartnäckigkeit belohnt und sie fand einen Arzt, der ihr ein Cannabisspray verschrieb. Mit dem Spray fühlt Renate sich besser und es hilft ihr die Übelkeit zu bekämpfen, die durch die Chemotherapie hervorgerufen wird.

Auch Natalie aus Israel behandelt die Symptome, die durch die Chemotherapie hervorgerufen werden, mit Cannabis. Sie leidet an einem unheilbaren Brustkrebs, den sie zurzeit mit Cannabinoiden unter Kontrolle hält. Nathalie bekommt Cannabis-Öl auf Rezept von ihrem Onkologen verschrieben. Durch das Cannabis-Öl hat sich ihre Lebensqualität deutlich verbessert, und ihre Schmerzen verschwinden nach der Einnahme.

CBD kann Tumorzellen zum Platzen bringen

Viel Aufmerksamkeit bekam auch eine Veröffentlichung aus dem Jahr 2014 von Burkhard Hinz, der es in Laborversuchen geschafft hatte, Tumorzellen mit einem Cannabismolekül zum Platzen zu bringen. [2] Der Rostocker Pharmakologe hat lange Zeit mit Schmerzpharmaka geforscht und ist während seinen Forschungen auf die vielfältige Wirkung von CBD aufmerksam geworden (u.a. antientzündliche Wirkung; wirkt gegen Übelkeit und Erbrechen einer Krebstherapie; schützende Wirkung auf Nervenzellen). Deshalb befasste er sich genauer mit CBD und forschte an dessen Wirkung gegen Krebs. Das Problem bei Krebs ist, dass die Tumorzellen sich im Körper so gut tarnen, dass das Immunsystem sie nicht als Bedrohung wahrnimmt. In der Studie haben die Forscher nun eine hochkonzentrierte Stammlösung aus CBD-Extrakt auf die menschlichen Tumorzellen gegeben und zusätzlich noch menschliche Killerzellen aus dem körpereigenen Immunsystem hinzugefügt. Durch das CBD bildete sich auf den Tumorzellen ein Protein, welches dafür sorgte, dass die menschlichen Killerzellen auf die Tumorzellen aufmerksam wurden und sich auf der Zelloberfläche ansiedelten, wodurch die Tumorzelle schließlich zum Zerplatzen gebracht werden konnte. Zudem erwähnt Burkhard Hinz, dass CBD in Laborversuchen zusätzlich noch antimetastatisch wirkt und den Vorgang der Gefäßneubildung im Tumor hemmt. Auch wenn die Ergebnisse der Studie ein großer Erfolg für die Krebs- und Cannabisforschung sind, mahnt Burkhard Hinz, dass sich der Erfolg der Studie lediglich auf Laborversuche beschränkt. Deshalb sind weitere Forschungen notwendig, welche die Wirkung von CBD auf Tumorzellen weiter klären können.

Cannabissorten wirken unterschiedlich auf Tumorzellen

Ein weiterer Forscher, der sich mit der Wirkung von Cannabis auf Tumorzellen beschäftigt, ist David Meiri von der technischen Universität Israel. [3] Hier hat der Forscher sogar einen eigenen Fachbereich gegründet, der sich ausschließlich mit der biologischen Erforschung von Cannabis befasst. Er hat herausgefunden, dass Cannabissorten unterschiedlich auf Tumorzellen wirken. So wirken manche Cannabissorten eher auf Brustkrebszellen, während dies bei anderen Sorten eher für Prostatakrebszellen zutrifft. Auch durch diese Studienergebnisse wird einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, weitere Forschungen durchzuführen.

Weltweit erste Studie an Krebspatienten mit Cannabis

Einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Cannabis- und Krebsforschung legte Manuel Guzman, der erst kürzlich zum Vorsitzenden der International Association for Cannabinoid Medicines (der auch die Kalapa-Clinic angehört) gewählt wurde. Er hat die weltweit erste Studie mit Cannabis bei Krebspatienten durchgeführt und nachgewiesen, dass THC das Tumorwachstum hemmt. [4] In seiner Studie behandelte er 9 Patienten mit Krebs im Endstadium, die bereits austherapiert waren und nur noch wenige Monate zu leben hatten. Zwar sind alle Patienten gestorben, allerdings setzte bei einigen Patienten eine tumorbekämpfende Wirkung ein und sie lebten länger als erwartet. Durch diese Studie konnte Guzman zeigen „dass THC und andere Cannabinoide in normalen Dosen für Patienten ungefährlich sind und zumindest THC bei einigen Patienten tumorbekämpfende Eigenschaften hat“.

All diese Forschungsergebnisse zeigen, dass Cannabis zur Behandlung von Krebs weiter an Bedeutung gewinnt. Allerdings sollte es auch nicht, wie oft im Internet beschreiben, als das „Wundermittel“ angesehen werden. Denn in einem sind sich alle Forscher einig: es fehlen weiterhin viele wissenschaftliche Studien, um genauere Aussagen zur Wirkung von Cannabis gegen Krebs tätigen zu können.

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