Ein Kater ist die häufige Folge von starkem Alkoholkonsum und er äußert sich in kurzfristigen Symptomen. Die Symptome treten normalerweise am Tag nach dem Konsum auf. Je nachdem, wie viel und welcher Typ von Alkohol konsumiert wurde, kann die Intensität des Katers unterschiedlich ausfallen. Es ist wahrscheinlich, dass höhere Mengen an konsumiertem Alkohol, auch einen schlimmeren Kater verursachen. Es gibt kein klinisch erforschtes Heilmittel gegen Kater. Vielmehr hat jeder seinen eigenen Weg, um den Kater zu überwinden und die Schmerzen zu lindern. Allerdings gibt es zahlreiche Anzeichen dafür, dass Cannabinoide ein Mittel sein können, welches den Symptomen des Katers entgegenwirken kann.

Häufige Katersymptome sind

– Dehydrierung

Kopfschmerzen

– Übelkeit und Erbrechen

– Ermüdung

– Empfindlichkeit gegenüber Licht und lauten Geräuschen

– Schwindel

– Angst

Depression

– Mangel an Gehirnfunktion und Konzentration

Bei Missbrauch kann Alkohol, auch Ethanol genannt, negative Auswirkungen auf das Gehirn und den Körper haben. Damit die giftige Substanz wieder abgebaut werden kann, muss unsere Leber übermäßig stark arbeiten. Hierfür benötigt die Leber Wasser. Da Ethanol ein Diuretikum ist (wirkt dehydrierend auf den Körper), muss die Leber das Wasser von anderen Bereichen im Körper nehmen, wodurch eine starke Dehydrierung verursacht wird. Unter anderem wird das Wasser aus der sogenannten „Dura Mater“ des Gehirns gezogen. Die Dura Mater ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Membran, die im Zuge des Wasser-Entzugs zusammenschrumpft und somit Kopfschmerzen verursacht. Ein weiteres Problem, welches beim Abbau von Ethanol verursacht wird ist, dass viel Energie verbraucht wird. Hierdurch wird der Vitamin B-Spiegel des Körpers belastet, was zu Müdigkeit führt.

Viele dieser genannten Symptome werden von unserem Endocannabinoid-System (ECS) reguliert. Cannabinoide wie z.B. Cannabidiol und Tetrahydrocannabinol (CBD bzw. THC) haben viele positive Wirkungen. So können sie schmerzlindernd und neuroprotektiv wirken, sowie Übelkeit und Erbrechen unterdrücken[1].

THC wurde klinisch als Antiemetikum getestet[2], hauptsächlich als Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit einer Chemotherapie.

Es wurde festgestellt, dass es Erbrechen (Übelkeit) unterdrückt, welche sowohl durch die Medikamente der Chemotherapie, als auch durch natürliche Stimuli hervorgerufen werden.  Aufgrund dessen könnte THC auch die Übelkeit, die durch Alkoholkonsum entsteht, reduzieren. Vor kurzem wurde eine weitere Studie durchgeführt, welche CBD als Analgetikum und zur Vorbeugung von Migräne und Kopfschmerzen untersucht hat[3].

Von 121 Testpersonen berichteten 103 Personen davon, dass sich ihre Schmerzen nach der Einnahme von Cannabinoiden drastisch reduziert hatten. Daraus schlossen die Autoren der Studie, dass Cannabinoide wie CBD und THC dabei helfen können Kopfschmerzen zu reduzieren, die durch einen Kater hervorgerufen werden. Um der Dehydration entgegenzuwirken sollten Betroffene auf jeden Fall auch genügend Wasser trinken.  Zwei weitere, nicht so häufig auftretende Symptome eines Katers sind Angstgefühle und Depression.

Dies ist der Tatsache geschuldet, dass unser Gehirn, wenn wir Alkohol trinken, Dopamin freisetzt (hauptsächlich in den Bereichen des Gehirns, die für Belohnung verantwortlich sind. Dies ist auch ein Grund, warum einige Personen abhängig von Alkohol werden). Aufgrund der erhöhten Dopamin-Ausschüttung ist der Dopaminspiegel am nächsten Tag erschöpft und Depressionen und Angstzustände können auftreten[4]. Weiterhin gibt es einige Untersuchungen, die sich intensiv mit der Verwendung von CBD als Anxiolytikum für viele verschiedene neuropsychiatrische Erkrankungen, auseinandergesetzt haben. Es wurde festgestellt, dass CBD nicht anxiogen ist (Angst verursachend), sondern Angst reduzieren kann.

Alle diese Studien beziehen sich auf die Symptome, die durch alkoholbedingten Kater entstehen. Es lässt sich also festhalten, dass CBD oder eine Mischung aus CBD und THC, den durch Alkohol verursachten Kater lindern kann. Eine weitere interessante Studie[5], stammt aus den 70er Jahren, die besagt, dass die Kombination von Alkohol und CBD den Alkoholspiegel im Blut signifikant senken kann (im Vergleich zu Alkohol ohne CBD). Dies bedeutet, dass CBD dazu genutzt werden kann, die Symptome eines Katers vorzubeugen.

Quellenverzeichnis für Cannabinoide bei Kater

[1] Kogan, N. M., & Mechoulam, R. (2007). Cannabinoids in health and disease. Dialogues in Clinical Neuroscience9(4), 413–430. [PubMed]

[2] Sharkey, Keith A., Nissar A. Darmani, and Linda A. Parker. “Regulation of Nausea and Vomiting by Cannabinoids and the Endocannabinoid System.” European journal of pharmacology 722 (2014): 10.1016/j.ejphar.2013.09.068. PMC. Web. 11 Jan. 2018. [PubMed]

[3] Smith DR, Stanley CM, Foss T, Boles RG, and McKernan K.R. Rare genetic variants in the endocannabinoid system genes CNR1 and DAGLA are associated with neurological phenotypes in humans. PLoS One. 2017 Nov 16;12(11)

[4] Blessing, Esther M. et al. “Cannabidiol as a Potential Treatment for Anxiety Disorders.” Neurotherapeutics 12.4 (2015): 825–836. PMC. Web. 11 Jan. 2018.

[5] Consroe P, Carlini EA, Zwicker AP and Lacerda LA. Interaction of cannabidiol and alcohol in humans. Psychopharmacology (Berl). 1979;66(1):45-50.