Drogenabhängigkeit wird als eine chronisch rückfällige Erkrankung kategorisiert. Betroffene haben hierbei den zwanghaften Wunsch Drogen zu konsumieren und verlieren dabei die Kontrolle über ihren Konsum. [1]  Drogen, Nikotin, Alkohol und Glücksspiel sind „Dinge“ die häufig mit Sucht in Verbindung gebracht werden. Tatsächlich kann aber alles Mögliche süchtig machen. Ein großes Problem in unserer Gesellschaft ist momentan die Abhängigkeit von pharmazeutischen Opioiden, Benzodiazepinen und Antidepressiva.

Wodurch wird Drogenabhängigkeit verursacht?

Häufig ist der Grund für eine Sucht etwas, das bei Betroffenen ein „künstliches“ Gefühl des Glückes oder der Euphorie erzeugt. Die Person möchte diesen Zustand so häufig wie möglich wieder erleben und verliert dabei jegliche Auswirkungen auf sich selbst oder andere Personen aus den Augen. Es wird vermutet, dass Sucht genetisch veranlagt sein kann, aber auch, dass Sucht durch gewisse externe Faktoren ausgelöst werden kann.

Symptome der Drogenabhängigkeit

Die Symptome und Anzeichen von Sucht können, je nach Art der Sucht, unterschiedlich ausfallen. Bei einer körperlichen Sucht fängt der Körper an sich an die Droge oder Substanz anzupassen. Dabei entwickelt der Körper eine Toleranz und Abhängigkeit gegenüber der Substanz. Erhöht sich die Toleranzschwelle gegenüber dieser Substanz, benötigt der Körper mehr und mehr von ihr, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Dies kann schnell zu einer Überdosierung der Substanz führen, was schwerwiegende Folgen haben kann.

Ein weiteres Problem bei Drogenabhängigkeit ist, dass die Betroffenen Entzugserscheinungen erleben, wenn sie sich dazu entscheiden aufzuhören. Diese können so schlimm sein, dass sie die Personen daran hindern aufzuhören. Typische Symptome können unter anderem Übelkeit, Durchfall, starke Schmerzen oder Schüttelfrost sein.

Eine andere Art der Sucht, ist die psychologische oder emotionale Abhängigkeit. Hierbei glauben die süchtigen Personen, dass sie das Medikament oder die Substanz brauchen und ohne sie nicht „leben“ können. Die Personen können an nichts anderes mehr denken, sodass die Substanzen zum Hauptfokus ihres Lebens werden und andere wichtige Dinge vernachlässigt werden.

Wie kann Drogensucht behandelt werden?

Es gibt verschiedene Wege Drogensucht zu behandeln: Von Therapien und Rehabilitationen bis hin zur Aufklärung und der Einnahme von Medikamenten. Forscher haben damit begonnen, die Möglichkeiten der Behandlung von Drogensucht mit Cannabinoid-Therapien zu untersuchen. Es wird vermutet, dass Cannabidiol (CBD) verschiedene neuronale Schaltkreise, wie das glutamaterge und dopaminerge System, reguliert. [2] Diese Systeme spielen auch bei der Entstehung von Drogenabhängigkeit eine wichtige Rolle. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass das Endocannabinoidsystem Einfluss auf die Entstehung und die Aufrechterhaltung von Suchtverhalten hat. [3]

Eine Studie aus dem Jahr 2012 hat gezeigt, dass Cannabidiol die belohnungsfördernde Wirkung von Morphin bei Ratten hemmt.[4] Dieselben Ergebnisse zeigten sich in einer Studie von 2017 bei Mäusen Die Autoren der Studie schlussfolgerten, dass der Teil des Gehirns, der durch süchtig machende Substanzen aktiviert wird, auch durch CBD aktiviert wird.

Dies bedeutet, dass Cannabidiol möglicherweise als alternative Therapie eingesetzt werden kann, um die Drogenabhängigkeit bei Betroffenen zu behandeln.

Ein weiterer möglicher Einsatz von CBD, ist dessen palliativer Einsatz zur Behandlung der Symptome von Entzugserscheinungen bei Drogenabhängigkeit. Es ist bekannt, dass CBD schmerzlindernde Eigenschaften hat. Durch diese können die Schmerzen und Kopfschmerzen, die bei Entzug entstehen, gelindert werden. [5] Darüber hinaus hat CBD anxiolytische Eigenschaften, die bei der Behandlung von Angstzuständen helfen können, die durch Drogenmissbrauch und -Abhängigkeit entstehen können. [6]

Für Abhängigkeiten, die durch die Einnahme von Opioiden bei der Behandlung von chronischen Schmerzen entstehen, sind bereits viele Vorteile von CBD als palliative Behandlung bekannt. Im Gegensatz zu Opioiden hat CBD nur wenige negative Nebenwirkungen und nur ein sehr geringes Sucht-Potenzial. Zudem besitzt CBD keine psychoaktiven Eigenschaften. [7] Wie auch immer, es sind noch weitere Forschungen zu diesem Thema notwendig, um genauere Aussagen tätigen zu können, aber die bisherigen Ergebnisse sind sehr vielversprechend.

[1]Prud’homme, M., Cata, R. and Jutras-Aswad, D. (2015). Cannabidiol as an Intervention for Addictive Behaviors: A Systematic Review of the Evidence. Substance Abuse: Research and Treatment.

[2] Prud’homme, M., Cata, R. and Jutras-Aswad, D. (2015). Cannabidiol as an Intervention for Addictive Behaviors: A Systematic Review of the Evidence. Substance Abuse: Research and Treatment.

[3]Prud’homme, M., Cata, R. and Jutras-Aswad, D. (2015). Cannabidiol as an Intervention for Addictive Behaviors: A Systematic Review of the Evidence. Substance Abuse: Research and Treatment.

[4]Katsidoni, V., Anagnostou, I. and Panagis, G. (2012). Cannabidiol inhibits the reward-facilitating effect of morphine: involvement of 5-HT1Areceptors in the dorsal raphe nucleusAddiction Biology, [online] 18(2), pp.286-296.

[5]Russo, E. (2008). Cannabinoids in the management of difficult to treat painTherapeutics and Clinical Risk Management, [online] Volume 4, pp.245-259.

[6] Crippa, J., Derenusson, G., Ferrari, T., Wichert-Ana, L., Duran, F., Martin-Santos, R., Simões, M., Bhattacharyya, S., Fusar-Poli, P., Atakan, Z., Filho, A., Freitas-Ferrari, M., McGuire, P., Zuardi, A., Busatto, G. and Hallak, J. (2010). Neural basis of anxiolytic effects of cannabidiol (CBD) in generalized social anxiety disorder: a preliminary reportJournal of Psychopharmacology, [online] 25.

[7]Hurd, Y., Yoon, M., Manini, A., Hernandez, S., Olmedo, R., Ostman, M. and Jutras-Aswad, D. (2015). Early Phase in the Development of Cannabidiol as a Treatment for Addiction: Opioid Relapse Takes Initial Center StageNeurotherapeutics, [online] 12(4).