Neben CBD, THC oder CBC existieren auch noch weniger bekannte Cannabinoide, welche jedoch aufgrund ihrer therapeutischen Wirkungen sehr interessant sind. In diesem Post werden wir über diese anderen Komponenten der Pflanze sprechen.

THCv – Tetrahydrocannabivarin

THCv wirkt zusammen mit THC, hat jedoch keine psychoaktiven Wirkungen wie THC. Neben anderen therapeutischen Wirkungen stechen vor allem die Folgenden hervor:

  • Entzündungshemmend: Eine Studie hat dieses Cannabinoid bei Mäusen mit bestimmten Schmerzen getestet.
    [1] Dank der hohen Wechselwirkung mit den CB2 Rezeptoren, konnten die Entzündungen im gesamten Körper der Mäuse gelindert werden und insgesamt den Schmerz im Körper reduzieren.
  • Antipsychotikum: 2015 hat man herausgefunden, dass THCv eine antipsychotische Wirkung hat und dementsprechend Symptome von Schizophrenie und anderen Krankheiten, die mit veränderten kognitiven Verhaltensweisen zu tun haben, verbessern kann.[2]
  • Antiepileptikum: Eine Studie von 2010 hat die antikunvulsive und antiepileptische Wirking von THCv festgestellt, da es die Reize im zentralen Nervensystem regulieren kann.[3]
  • Hilft beim Gewichtsverlust: Dieses Cannabinoid hat sich als äußerst nützlich zur Reduzierung des Körperfettanteils und für die Stabilisierung des Stoffwechsels erwiesen.[4]

CBDv – Cannabidivarin

Obwohl Cannabidivarin noch nicht so häufig untersucht wurde, besitzt es einen therapeutischen Effekt. CBDv ist die leicht degradierte Form von CBD. Daher hat es ähnliche positive Wirkungen wie Cannabidiol. Dieses Cannabinoid ist verantwortlich für folgende Effekte:

  • Antiepileptikum: 2014 wurde die Wirkungen von CBD und CBDv zur Behandlung der neuronalen Übererregbarkeit getestet.
  • Antiemetikum: Zusammen mit THCv, hat die Universität Ontario entdeckt, dass CBDv bei Mäusen äußerst effektiv zur Steigerung des Wohlbefinden war.[5]

Delta(8)-THC

  • Delta(8)-THC ist ein weiteres der weniger bekannten Cannabinoiden. Es hat starke Ähnlichkeiten mit THC, aber hat weniger psychoaktive Wirkungen und trotzdem ähnliche therapeutische Eigenschaften:
  • Antiemetikum: Eine Studie von E.B Russo bestätigte, dass Delta(8)-THC eine potenzielle antiemetische Wirkung bei einer Chemo-Therapie hat, da die Nebenwirkungen gelindert werden können. Im Rahmen einer Studie von Abrahamov und Mechoulam im Jahr 1995 wurden diese Cannabinoide an 8 Kinder zwischen 2 und 13 Jahren verabreicht, welche an hämatologischen malignen Erkrankungen litten.
  • Appetitanreger: Genauso wie Delta (9) – THC, regt auch dieses Cannabinoid den Appetit noch stärker als andere THC-Typen an. Neben der Anregung von Appetit,  kann es auch die Körpermasse regulieren.

THCa y CBDa

Beide Komponente sind in der rohen Cannabis Pflanze zu finden und können als Nahrungsergänzungsmittel dienen. Zudem können sie als  topische Verabreichung genutzt werden. Diese zwei Cannabinoide können nicht geraucht, oder inhaliert werden, da sie Säuren sind. Die Möglichkeit positive Eigenschaften, durch den Konsum der rohen Cannabis Pflanze zu erzielen, wird zurzeit immer noch untersucht.

Es gibt rohe Cannabis-Extrakt-Getränke (Hanf-Milch und Cannabis-Saft), welche THCa und CBDa beinhalten, die zwei nicht psychoaktive Cannabinoide sind.

Laut der Studie von Dr. William Courtney kann rohes Cannabis folgende therapeutische Effekte haben: Entzündungshemmend, Antioxidant, Verbessert den Darm und die neuronale Funktionen, Vorbeugung von Krebs.

Da diese Cannabinoide bestimmte therapeutische Eigenschaften haben, kann man, aufgrund des Entourage Effektes, auch von Harmonie Effekten sprechen.

Referenzen

[1] British journal of pharmacology. Volume 160, Issue 3. Pages 677–687. D. Bolognini, B. Costa et al. The plant cannabinoid Δ9-tetrahydrocannabivarin can decrease signs of inflammation and inflammatory pain in mice. (June 2010).

[2] British journal of pharmacology. Volume 172, Issue 5. Pages 1305–1318. M. Grazia Cascio et al. The phytocannabinoid, Δ9-tetrahydrocannabivarin, can act through 5-HT1A receptors to produce antipsychotic effects. (March 2015)

[3] Epilepsia. Volume 51, Issue 8. Pages 1522–1532. A.J. Hill et al. Δ9-Tetrahydrocannabivarin suppresses in vitro epileptiform and in vivo seizure activity in adult rats. (August 2010)

[4] Analytical & Bioanalytical Techniques. Jun et al., J Anal Bioanal Tech (2015), 6:6. A Preliminary Understanding of Cannabis Medicine and the Need for Further Characterization.

[5] ACS Chemical Neuroscience. Volume 5, Issue 11, 19 (November 2014), Pages 1131-1141. Iannotti et al. Nonpsychotropic plant cannabinoids, Cannabidivarin (CBDV) and Cannabidiol (CBD), activate and desensitize Transient Receptor Potential Vanilloid 1 (TRPV1) channels in vitro: Potential for the treatment of neuronal hyperexcitability.

[6] Br J Pharmacol. Rock EM et al. (October 2013);170(3):671-8. Evaluation of the potential of the phytocannabinoids, cannabidivarin (CBDV) and Δ(9) -tetrahydrocannabivarin (THCV), to produce CB1 receptor inverse agonism symptoms of nausea in rats.

[7] J.M. McPartland, E.B. Russo. Cannabis and Cannabis Extracts: Greater Than the Sum of Their Parts? (2001)

[8] Pharmacology Biochemistry and Behavior. Volume 77, Issue 4, (April 2004), Pages 675–684. Y. Avraham et al. Very low doses of Δ8-THC increase food consumption and alter neurotransmitter levels following weight loss.

[9] Kym Kemp. High Times Medical Marijuana. Raw Medicine.